Die Herbe de Provence – Mischung (Kräuter der Provence) ist ein Markenzeichen der provenzalischen Küche.
Die französische Kräutermischung besteht aus verschiedenen Küchenkräutern, die in der Provence in Südfrankreich wild gedeihen. Das Geheimnis der typischen Kräutermischung liegt in ihrer Zusammensetzung.
Die getrockneten Kräuter Thymian, Rosmarin, Oregano und Majoran müssen, alle anderen Kräuter wie Basilikum, Koriander, Lorbeer, Lavendel, Kerbel und Muskatnuss können dabeisein.
Wer im Supermarkt nach „Kräutern der Provence“ greift, kann sich nicht unbedingt darauf verlassen, dass überall dasselbe drinsteckt. Die Bezeichnung ist nicht geschützt, entsprechend unterscheiden sich die Mischungen teils deutlich.
Eine besonders klare Orientierung bietet die französische Label-Rouge-Variante: Sie besteht aus Rosmarin, Oregano, Bohnenkraut und Thymian. Wer also eine möglichst klassische, herbe Provence-Note sucht, sollte auf genau diese vier Kräuter achten.
Was ist der Unterschied zu italienischen Kräutern?
Die beiden Mischungen liegen geschmacklich nah beieinander – schließlich wachsen Thymian, Rosmarin und Oregano nicht nur in Frankreich. Der Unterschied liegt vor allem in der Gewichtung. Kräuter der Provence schmecken meist würziger, herber und stärker nach Rosmarin und Thymian. Italienische Kräutermischungen setzen dagegen häufig stärker auf Basilikum und Oregano und wirken dadurch etwas milder und süßer.
Das macht auch einen Unterschied beim Kochen: Kräuter der Provence passen besonders gut zu Ratatouille, Ofengemüse, Kartoffeln, Lamm, Fisch und Grillgerichten. Italienische Kräuter liegen näher an Pasta, Pizza, Tomatensoßen und mediterranen Nudelgerichten. Allerdings gibt es keine verbindliche Rezeptur für „italienische Kräuter“ – auch hier hängt viel vom jeweiligen Produkt ab.
Was kann man statt Kräuter der Provence nehmen?
Am einfachsten ist eine Mischung aus Thymian, Rosmarin und Oregano. Wer Bohnenkraut im Gewürzschrank hat, gibt etwas davon dazu. Damit kommt man dem typischen Provence-Aroma ziemlich nahe.
Für ein italienisches Gericht kann man stattdessen auch italienische Kräuter verwenden. Umgekehrt funktionieren Kräuter der Provence ebenfalls in vielen italienischen Rezepten – nur eine lavendelbetonte Mischung würde ich für eine klassische Tomatensoße oder Pasta eher nicht nehmen. Der blumige Geschmack kann dort schnell fremd wirken.
Welche Kräuter der Provence sind die besten?
Bei einer fertigen Mischung lohnt sich zunächst ein Blick auf die Zutatenliste. Rosmarin, Thymian, Oregano und Bohnenkraut sollten möglichst weit oben stehen. Je weniger zusätzliche Zutaten die Mischung enthält, desto leichter lässt sich ihr Geschmack einschätzen.
Auch der Zustand der Kräuter ist wichtiger als ein besonders hübsches Etikett. Gute getrocknete Kräuter duften deutlich, wirken nicht völlig ausgebleicht und sollten nicht zu einem aromatisch kaum noch wahrnehmbaren Pulver zerfallen. Ein aktueller Test von ÖKO-TEST mit 23 Mischungen zeigt zudem, dass sich ein genauer Blick lohnt: Die Produkte unterschieden sich nicht nur bei der Zusammensetzung, sondern auch bei den Belastungen mit unerwünschten Stoffen. Fünf Mischungen erhielten dort insgesamt die Note „gut“.
Extra-Tipp: Wer einen möglichst klassischen Geschmack sucht, nimmt eine Mischung ohne viel Schnickschnack und ohne dominierenden Lavendel. Wer dagegen den Duft der Provence stärker ins Gericht holen möchte, kann bewusst zu einer Variante mit etwas Lavendel greifen.
In der Provence selbst wird die bekannte fertige Mischung offenbar längst nicht so selbstverständlich verwendet, wie der Name vermuten lässt. In der regionalen Küche kommen vielmehr die einzelnen Kräuter zum Einsatz – frisch oder getrocknet und je nach Gericht unterschiedlich kombiniert.
Die fertige Mischung Herbe de Provence muss immer gut verschlossen und dunkel aufbewahrt werden. Mit dieser selber hergestellten Kräutervariation können sie vor allem Schmorgerichte veredeln.
