Neue Möbel bringen oft einen eigenen Geruch mit. Mal riecht es nach Holz, Leder oder Stoff, mal nach Lack, Leim oder Beschichtung. In den meisten Fällen verflüchtigt sich dieser Geruch nach kurzer Zeit. Bleibt er jedoch über Wochen bestehen oder treten Beschwerden auf, sollte genauer hingesehen werden.
Darauf weist die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel hin. Nach dem Aufstellen können Möbel noch einige Zeit flüchtige Stoffe an die Raumluft abgeben. Bei Produkten, die den europäischen Vorgaben entsprechen, seien die Konzentrationen nach Angaben der Gütegemeinschaft in der Regel so niedrig, dass keine gesundheitsschädliche Wirkung zu erwarten sei.
Lüften hilft in den ersten Wochen
Gerade in den ersten Tagen nach dem Kauf ist ausgiebiges Lüften sinnvoll. Neue Schränke, Betten, Sofas oder Tische sollten möglichst nicht sofort in dauerhaft geschlossene Räume gestellt werden. Fensterlüftung, offene Türen und eine gute Luftzirkulation helfen, Gerüche schneller abzubauen.
Auch Schubladen und Schranktüren sollten zeitweise geöffnet bleiben. So können Gerüche aus Innenräumen und Fächern entweichen. Besonders bei großen Möbelstücken in kleinen Zimmern kann sich der Geruch sonst länger halten.
Der typische Neugeruch ist nicht automatisch ein Warnsignal. Natürliche Materialien wie Massivholz oder Leder können deutlich riechen, ohne problematisch zu sein. Auch frisch verarbeitete Oberflächen oder neue Textilien brauchen mitunter etwas Zeit.
Wenn der Geruch nicht verschwindet
Anders ist es, wenn der Geruch nach mehreren Wochen noch immer stark wahrnehmbar ist. Dann kann es sinnvoll sein, der Ursache nachzugehen. Nach Angaben der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel gelangen in Deutschland vereinzelt Produkte auf den Markt, die Substanzen in höherer Konzentration ausdünsten können. Das betreffe vor allem sehr günstige Möbel oder Ware aus nicht europäischen Herkunftsländern.
Mögliche Hinweise sind Kopfschmerzen, Unwohlsein, gereizte Schleimhäute oder ein stechender chemischer Geruch. Solche Beschwerden sollten nicht ignoriert werden. In diesem Fall empfiehlt sich der Kontakt zum Händler. Käufer können um Abhilfe bitten, etwa durch Prüfung, Austausch oder Rücknahme des Möbelstücks.
Qualitätssiegel können Orientierung geben
Beim Möbelkauf können Gütezeichen helfen, schadstoffarme Produkte zu erkennen. Sie ersetzen keine eigene Prüfung, bieten aber zusätzliche Orientierung. Gerade bei Möbeln für Schlafzimmer, Kinderzimmer oder kleine Wohnungen lohnt ein genauer Blick auf Materialangaben, Herkunft und Verarbeitung.
Wer empfindlich auf Gerüche reagiert, sollte neue Möbel möglichst vor dem Kauf im Geschäft prüfen oder auf Produkte mit ausgewiesenen Emissions- und Qualitätsstandards achten. Auch gebrauchte Möbel können eine Alternative sein, weil sie mögliche Ausdünstungen meist bereits hinter sich haben.
Raumklima nicht unterschätzen
Neben dem Möbelstück selbst beeinflusst auch das Raumklima, wie stark Gerüche wahrgenommen werden. Wärme kann Ausdünstungen verstärken, schlechte Lüftung hält sie länger im Raum. In gut belüfteten, nicht überheizten Zimmern verschwinden Gerüche meist schneller.
Neue Möbel müssen also nicht grundsätzlich Anlass zur Sorge sein. Ein gewisser Eigengeruch gehört häufig dazu. Entscheidend ist, ob er nach einigen Wochen nachlässt. Bleibt ein intensiver Geruch bestehen oder treten gesundheitliche Beschwerden auf, ist der Händler der erste Ansprechpartner.
