Wenn sich die meisten Gartenpflanzen im September und Oktober in die Winterpause verabschieden, sorgt die Herbstzeitlose für ein spätes Farbwunder. Sie ist aber auch gefürchtet.
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) bildet zunächst nur Blüten, erst danach entwickeln sich die Wurzeln, und die Blätter kommen erst im Frühling zum Vorschein. Sie blüht auch schon im Herbst und sollte im August oder September gepflanzt werden.
Wie viele Frühjahrsblüher wachsen Herbstzeitlose aus Blumenzwiebeln. Diese Zwiebeln speichern Nährstoffe und Wasser, was der Pflanze ermöglicht, im Frühjahr schnell zu wachsen und zu blühen. Eine auffällige Besonderheit der Herbstzeitlosen ist, dass sie im Herbst blühen, wenn die meisten anderen Pflanzen bereits ihre Blätter verloren haben.
Vorsicht: nicht verwechseln mit Bärlauch und Krokus
Im Frühjahr zeigt die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) ein völlig anderes Gesicht als im Herbst: Sie besitzt dann große, grüne Blätter und eine Samenkapsel, aber keinerlei Blüten. Weil sie zu dieser Zeit oft mit essbarem Bärlauch verwechselt wird, ist die genaue Kenntnis ihrer Merkmale lebenswichtig, da die Pflanze hochgradig tödlich giftig ist.
Vorsicht: Die Herbstzeitlose enthält einen sehr giftigen Inhaltsstoff, das Colchicin. Die Pflanze wird häufig mit dem Echten Safran (Crocus sativus) verwechselt. Obwohl sich Herbstzeitlose und Krokus auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sehen – besonders wenn sie im Herbst ohne Blätter blühen –, gehören sie zu völlig unterschiedlichen Pflanzenfamilien. Der wichtigste Unterschied vorweg: Krokusse sind ungiftig bis schwach giftig, während Herbstzeitlose hochgradig tödlich giftig sind.
Herbstzeitlose pflanzen
Die Pflanze mag einen gut drainierten, eher lehmigen Boden und fühlt sich in der Sonne wohl. Achten Sie beim Pflanzen auf genügend Abstand (ca. 30 cm), denn die Herbstzeitlose bringt viele große Blätter hervor.
Sie können die Knollen auch ohne Erde und Wasser, einfach in ein hübsches Gefäß gelegt, auf die Fensterbank stellen. Pro Knolle entwickeln sich bis zu 12 Blüten. Danach aber zügig in den Garten pflanzen.
Herbstzeitlose ist vollkommen winterhart. Sie übersteht selbst strenge Frostperioden in Mitteleuropa problemlos.
Die Herbstzeitlose ist hochgradig giftig
Herbstzeitlose enthält das Gift Colchicin, das in allen Pflanzenteilen vorkommt. Dies macht die Pflanze hochgradig giftig und darf nicht konsumiert werden. Das gilt auch für Tiere.
Colchicin wird zwar in der Medizin in geringen Mengen verwendet, hat aber vor allem toxische Eigenschaften. Wer Colchicin zu sich genommen hat, muss sofort ins Krankenhaus (Notruf 112). Die ersten Symptome treten nach ein paar Stunden auf, dann kann es aber zu spät sein, da kein Gegengift existiert.
Wie vernichtet man Herbstzeitlose?
Die Vernichtung der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) erfordert viel Geduld und Konsequenz. Da die Pflanze hochgradig giftig ist, muss man bei allen Arbeiten unbedingt feste Gartenhandschuhe tragen und den Hautkontakt vermeiden.
Das Ziel ist: Die unterirdische Knolle muss ausgehungert oder entfernt werden. Im Garten ist die mechanische Entfernung die sicherste und umweltfreundlichste Methode:
Variante 1: Die Knollen sitzen oft sehr tief (bis zu 20 cm) in der Erde. Bis zum Frühjahr (April/Mai) warten, wenn die großen, grünen Blätter gut sichtbar sind. Mit einem schmalen Spaten oder einem Ampferstecher tief unter die Pflanze stechen und die Knolle vollständig herausheben.
Variante 2: Wer nicht graben möchte, schneidet die grünen Blätter im Frühjahr sofort ab, sobald sie austreiben. Im Herbst mit den Blüten wiederholen. Ohne Blätter kann die Knolle keine Fotosynthese betreiben und hungert über 2 bis 3 Jahre hinweg aus.
Wichtige Entsorgung: Die Pflanzenteile niemals auf den Kompost werfen und nicht an Tiere verfüttern. Gut verpackt im Restmüll entsorgen.
