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Bärlauch als kulinarische Köstlichkeit entdecken

Endlich sind wir Deutsche mal kulinarische Trendsetter: Während in Frankreich und Italien der „Wilde Knoblauch“ eher eine Nebenrolle in der großen Küche spielt, grassiert hier zulande ab Ende März bis weit ins Frühjahr ein wahres Bärlauch-Fieber.

Ambitionierte Gemüsehändler mit Antipasti-Theke bieten ihrer Kundschaft hausgemachtes Bärlauchpesto und im Supermarkt finden Feinschmecker zur Saison fertige Bärlauchsauce für Fisch, Fleisch oder Pasta im Kühlregal. Was macht uns denn nun so scharf auf das bis vor wenigen Jahren noch unbekannte Kraut?

Zum einen enthält es wie sein enger Verwandter, der Knoblauch, reichlich gesundheitsfördernde Stoffe wie beispielsweise Schwefelverbindungen. Zum anderen duftet und schmeckt es auch deutlich knofelig, hat aber den Vorzug, dass man nach dem Genuss nicht die berüchtigte Knoblauchfahne hat. Dann mag sich herumgesprochen haben, was schon die alten Römer der Wildpflanze nachsagten: Ihre Blätter sollen als natürliches Aphrodisiakum dienen. Möglicherweise ist der Hauch von Gefahr für manchen auch noch ein besonderer Kick.

Bärlauch sammeln birgt Gefahren

Als besonders trendy gilt nämlich, wer sich selbst in Wald und Flur auf die Suche nach dem aromatischen Kraut macht. Doch das kann riskant sein, wenn versehentlich auch die Blätter von Herbstzeitlosen in den Korb wandern. Ebenso wie Maiglöckchen sind die hochgiftig und sehen dem Wilden Knoblauch zum Verwechseln ähnlich. Nur wer eine gute Nase hat, sollte selber sammeln: Denn Hauptunterscheidungsmerkmal ist der intensive Knoblauchduft. Weniger Risikofreudige erstehen ihren Bärlauch auf dem Wochenmarkt oder im Gemüsegeschäft. Oder sie pflanzen ihn im Garten an, wo er prächtig gedeiht und sich sogar selbst vermehrt, wenn er genügend Wasser bekommt.

Aber alle Vorzüge und Mühen sind dahin, wenn man die zarten Blätter durch zu langes Garen misshandelt. Genau genommen sollten sie überhaupt nicht erhitzt, sondern nur roh verwendet werden. Das volle Aroma entfaltet sich am besten, wenn man sie gehackt oder in Streifen geschnitten unter Quark, Frischkäse oder Butter rührt. Auch als Topping von Salaten, Suppen sowie Eier- oder Gemüsegerichten macht sich Bärlauch gut.

Für viele Fans das Nonplusultra: Pasta mit einem Pesto, in dem Bärlauch das klassische Basilikum ersetzt. Übrigens können alle, die vom kultigen Kraut einfach nicht genug kriegen, die Natur austricksen: Bärlauch schmeckt zwar getrocknet nur noch fade, aber zum Einfrieren eignet er sich durchaus gut.

Bärlauch aus dem eigenen Garten

Wie viele andere Zwiebelblumen eignet sich Bärlauch zum Verwildern im Garten. Am wohlsten fühlt er sich unter Laubbäumen, deren Kronen im Frühjahr noch genügend Licht durchlassen und später für Schatten sorgen.

Bärlauch kauft man am besten als Jungpflanzen im Töpfchen. Man kann ihn dann in der Saison dekorativ in einen größeren Topf setzen und später, nach der Nutzung der Blätter, im Garten auspflanzen.

Bärlauch bevorzugt einen schattigen bis halbschattigen Standort, ideal sind Plätze unter Bäumen oder Büschen, die im Frühling Licht durchlassen und im Herbst mit Laub bedeckt sind

Er liebt feuchte, gerne kalkhaltige Böden. Die Samen des Bärlauchs sind Kaltkeimer, die man bereits im Herbst breit aussät und mit einer dünnen Erdschicht bedeckt. Oder Sie pflanzen im Herbst die Zwiebeln 4-5 cm tief in den Boden. Durch Selbstaussaat entsteht bald ein dichter Bestand.

Anbauarten

Im Frühjahr (März bis Mai) können fertige Jungpflanzen aus dem Gartenfachhandel gekauft und direkt ins Beet gepflanzt werden. Die Pflanzen sollten etwa 7 bis 10 cm tief eingesetzt werden mit einem Abstand von mindestens 10 bis 15 cm zueinander. Danach brauchen sie kaum Pflege, nur bei Trockenheit etwas gießen.

Im Herbst (September bis Oktober) können frische, nicht ausgetrocknete Bärlauch-Zwiebeln etwa 10 cm tief mit der Spitze nach oben in die Erde gesetzt werden. Der Abstand sollte mindestens 15 cm betragen. Die Erde muss in den ersten Wochen feucht gehalten werden, damit die Zwiebeln gut anwachsen und Wurzeln bilden können.

Bärlauch kann auch im Topf auf dem Balkon gezogen werden. Wichtig sind ein halbschattiger Standort, nährstoffreicher, humoser Boden (z.B. Mischung aus Kompost und Universalerde) und eine Topfgröße von mindestens 3 bis 5 Litern mit guter Drainage.

Feines Bärlauch-Pesto – So geht´s

Die großen, langen Bärlauchblätter schmecken mit ihrem kräftigen Kräuteraroma einzigartig. Ein frisches Pesto ist besonders köstlich.

Zupfen Sie dazu die Blätter eines Bundes Petersilie abschneiden den selben Anteil Bärlauch in grobe Streifen und fügen etwas Salz sowie Zitronenschalen hinzu.

Bedecken Sie alles mit Sonnenblumenöl und pürieren Sie es zu einer sämigen Masse. Diese passt hervorragend zu allen Pastagerichten.

Bärlauchrisotto zubereiten

Sein delikates Knoblaucharoma passt perfekt zur cremigen Textur des Risottos.

Anleitung:

1 Bund Bärlauch waschen, trocken schütteln und fein hacken. Zwiebel schälen und würfeln.

Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel darin glasig andünsten. Reis hinzufügen und kurz anbraten. Weißwein angießen und unter Rühren einkochen lassen.

Nach und nach die heiße Gemüsebrühe zugeben und bei geringer Hitze ca. 25 Minuten garen. Dabei wiederholt rühren. Leicht salzen und pfeffern.

Zum Schluss Bärlauch, Butter und Parmesan unter den Risotto mengen und sofort servieren.

Bärlauchblätter haben ein intensives Knoblaucharoma. Da sie getrocknet oder tiefgefroren an Würze verlieren, sollte man sie stets frisch verwenden.

Bärlauch-Hüttenkäse mit Gänseblümchen auf Baguette

Lecker und einfach: Bärlauch-Hüttenkäse mit Gänseblümchen auf Baguette.

Zutaten für 4 Personen 1 Baguette ca. 50 g Bärlauch • 2 EL Olivenöl • 2 EL Pinienkerne • 400 g Hüttenkäse Salz Pfeffer aus der Mühle. Gänseblümchen zum Garnieren

Baguette in 12 Scheiben schnei den. Bärlauch waschen, putzen und trocken tupfen. Mit Oliven öl und Pinienkernen im Mixer fein pürieren. Unter den Hüttenkäse mengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles auf die Brot scheiben verteilen und mit Gänse blümchen garniert servieren.

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