Was tun bei Angststörungen?

Erschöpfung, innere Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Muskelverspannungen, Zittern oder Herzrasen – das sind häufige Symptome einer Angststörung.

Rund 15 Prozent aller Deutschen leiden mindestens einmal im Leben an einer derartigen Angsterkrankung. Wie zum Beispiel Nicholas Müller, ehemaliger Sänger der Gruppe Jupiter Jones. Er stieg mit 32 Jahren aus der Band aus, weil er an einer Angststörung litt. Diese Krankheit sei „eine eklige Angelegenheit“. Er wisse nie, wann und wielange er belastbar sei.

Die Behandlung einer generalisierten Angststörung ist abhängig von den Symptomen, der Schwere der Erkrankung und den Ursachen. Zu den Ursachen zählen neben biologischen Einflüssen die Erziehung und Erfahrungen wie Trennung oder Verlust in Kindheit und Jugend. Zudem spielen aktuell belastende Ereignisse eine Rolle.

Für die Behandlung stehen verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologische Methoden zu Verfügung. Unterstützend kommen körpertherapeutische Methoden wie z.B. die Craniosacrale Therapie zum Einsatz. Zur Selbsthilfe werden oft Entspannungsmethoden wie Yoga, Autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation eingesetzt.

Als Medikamente bei Angststörungen werden Seratonin-Wiederaufnahme-Hemmer eingesetzt. Dies sind Antidepressiva, die auch angstlösend wirken. Ihr Wirkungseintritt erfolgt manchmal erst nach drei Wochen. Wird eine zufriedenstellende Wirkung erreicht, nimmt man das Medikament eine gewisse Zeit weiter, um einen Rückfall zu vermeiden. Wenn man sich dazu entscheidet, das Medikament wieder abzusetzen, wird sehr langsam die Dosis reduziert, da es sonst zu Schwindel, Übelkeit und Wiederauftreten der Angst kommen kann. Prinzipiell sollte man das Medikament nicht absetzen, ohne zuvor mit einem Arzt gesprochen zu haben.

Auch Beruhigungsmittel (sogenannte Tranquilizer) wie Hydroxyzin und Benzodiazepine können bei starken Angstzuständen eingesetzt werden. Da man von Benzodiazepin abhängig werden kann, sollen sie nicht lange eingenommen werden. Ein zusätzliches Problem ist, dass die Angst nach dem Absetzen eventuell sogar verstärkt wieder auftritt.

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