Unzufrieden mit der Arbeit des Friseurs

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Haare vom Friseur ruiniert?
(Foto: bronwym quilliam/flickr)

Zu kurz geschnitten? Falsche Haarfarbe? Was tun bei schlechter Arbeit von Friseuren? Manchen Kunden steht sogar ein Schmerzensgeld zu.

Eine Münchnerin ließ sich in einem Friseursalon die Haare färben und schneiden. Sie solle nur die Spitzen schneiden, sagte sie der Friseurin. „Das Deckhaar bitte maximal einen halben Zentimeter kürzen.“ Die Haare seien ohnehin fein und dünn. Dann ging die Friseurin an ihre Arbeit, die Kundin hatte keine Einwände.

Nach dem Schneiden war sie mit Länge und Farbe zufrieden. Zwei Tagen später kehrte sie jedoch zurück und beschwerte sich, dass ihre Haare viel zu kurz geschnitten seien. Sie forderte Schmerzensgeld, weil sie sogar Löcher in der Frisur entdecke habe, durch die man die Kopfhaut sehe. Die Kundin klagte, ging vor das Amtsgericht München – verlor aber ihre Klage gegen den Friseursalon.

Die Richter entschieden:

*Anspruch auf Schmerzensgeld besteht nur, wenn Haar oder Kopfhaut dauerhaft geschädigt seien. (Das bedeutet: Es müssen gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen. Unzufriedenheit aus optischen Gründen hat kaum eine Chance vor Gericht.)

*Ein weiterer Grund könnte sein: Die Friseur-Kundin ist quasi dauerhaft „entstellt“ durch die Arbeit des Friseurs. (Ganz selten der Fall.)

*Wenn die Kundin während des Schneidens und direkt danach keine Beanstandungen äußert, kann die Friseurin annehmen, dass ihre Arbeit auf Zustimmung stößt. (Grund: Wenn man sich – wie in diesem Fall – erst nach zwei Tagen beschwert, liegt die Vermutung nahe, dass die Kundin erst dann unzufrieden geworden ist, als sie die Reaktion anderer Menschen vernommen hat. Die Meinung anderer Leute spielt aber bei dem Geschäft zwischen Friseur und Kunde keine Rolle.)

1 Tipp

  1. Linda 5 Jahren ago

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