Sie sieht aus wie eine Wurst, enthält aber Suppe oder Eintopf: Die sogenannte Schlauchverpackung wird bei Lebensmitteln immer beliebter. Hersteller werben mit längerer Haltbarkeit, weniger Verpackungsmaterial und besserer Umweltbilanz. Doch wer versucht, die pralle Kunststoffhülle zu öffnen, kennt das Problem: Kaum ist die Schere angesetzt, spritzt der Inhalt heraus.
Dabei gibt es einen einfachen Trick, mit dem sich die Suppe sauber und kontrolliert entleeren lässt.
Warum Hersteller auf die Schlauchverpackung setzen
Immer mehr Lebensmittelproduzenten ersetzen Dosen, Gläser und Plastikbecher durch flexible Folienhüllen. Die Vorteile liegen laut Verpackungsindustrie auf der Hand: Sie sind leicht, platzsparend, stabil und benötigen weniger Material. Damit lassen sich Transport- und Lagerkosten deutlich reduzieren. Außerdem schützt die luftdichte Hülle die Lebensmittel vor Sauerstoff, was ihre Haltbarkeit verlängert.
Ein weiterer Pluspunkt: Der Inhalt bleibt sichtbar. Gerade bei Suppen und Eintöpfen schätzen viele Verbraucher, dass sie schon im Kühlregal erkennen, was sie erwartet. Die Verpackung erinnert optisch an eine Brühwurst – und sorgt damit für Aufmerksamkeit im Regal.
Nach Angaben des Unternehmens Omas Suppentopf, das Eintöpfe und Fertigsuppen in dieser Form anbietet, behalten Speisen in der Folienverpackung auch mehr ihrer Nährstoffe. Da sie unter Vakuum abgefüllt und anschließend pasteurisiert werden, müssen weniger Konservierungsstoffe zugesetzt werden.
Der Nachteil: schwieriges Handling
So praktisch das Prinzip auch ist – das Öffnen kann zur Sauerei werden. Viele Kunden berichten, dass beim Aufschneiden mit Messer oder Schere die heiße oder kalte Flüssigkeit unkontrolliert austritt. Die Verpackung steht unter leichtem Druck, und sobald sie an einer Stelle geöffnet wird, schießt der Inhalt heraus. Die Folge: klebrige Arbeitsflächen, verschmutztes Besteck und Spritzer an Kleidung oder Wänden.
Dabei lässt sich das Problem ganz einfach vermeiden. Der Hersteller hat inzwischen eine eigene Empfehlung veröffentlicht, wie man die Verpackung sicher öffnet – ohne Kleckerei.
Der Trick gegen das Spritzen
- Legen Sie die ungeöffnete Schlauchverpackung zunächst in den Topf oder in ein Gefäß, in dem Sie die Suppe erwärmen möchten.
- Stechen Sie mit einer Stecknadel oder Rouladennadel in den oberen Teil der Verpackung, direkt neben dem Metallclip.
- Ziehen Sie die Nadel langsam von unten nach oben, damit Luft entweichen kann.
Durch die kleine Öffnung entweicht der Druck im Inneren – die Folie entspannt sich und der Inhalt kann gleichmäßig auslaufen, ohne dass Flüssigkeit spritzt. Anschließend lässt sich das obere Ende der Verpackung problemlos aufschneiden und die Suppe vollständig entleeren.
Nachhaltiger als Dose und Becher?
Die Folienhüllen bestehen in der Regel aus mehrschichtigen Kunststoffen. Sie sind zwar dünner als herkömmliche Verpackungen, lassen sich aber meist nicht sortenrein recyceln. Hersteller argumentieren, dass durch das geringere Materialvolumen dennoch weniger Abfall entsteht und der ökologische Fußabdruck insgesamt kleiner ausfällt.
Nach Angaben des Deutschen Verpackungsinstituts (dvi) sparen Schlauchverpackungen gegenüber klassischen Weißblechdosen bis zu 60 Prozent Material. Auch beim Transport punkten sie: Weil sie leichter und platzsparender sind, benötigen Lkw weniger Energie und verursachen geringere CO₂-Emissionen.
Kritiker bemängeln jedoch, dass das Recycling bislang kaum funktioniert. In Deutschland landen die Folien meist in der thermischen Verwertung, also in der Müllverbrennung. Für eine echte Umweltbilanz seien noch Nachbesserungen nötig, so die Deutsche Umwelthilfe.
Warum die Wurstverpackung für Suppen praktisch ist
Suppen im Schlauch sind handlich, haltbar und leicht zu lagern – aber sie erfordern etwas Fingerspitzengefühl beim Öffnen. Wer den Trick mit der Nadel kennt, kann das praktische Verpackungsformat sauber nutzen.
Ob sich die Folienlösung als nachhaltige Alternative durchsetzt, hängt am Ende von der Recyclingfähigkeit ab. Bis dahin bleibt sie vor allem eines: eine clevere Idee für alle, die wenig Platz im Vorratsschrank haben – und wissen, wie man ohne Spritzer an die Suppe kommt.
