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Neuer Look für alte Holzböden

Früher oder später hat man sich auch an den schönsten Möbeln sattgesehen und möchte etwas Neues. Doch was tun, wenn der neue Einrichtungsstil nicht mehr zum Holzboden passt? Die gute Nachricht: Parkett lässt sich abschleifen und neu einfärben. So kann der gesamte Raum einen anderen Look bekommen, ohne dass der Boden komplett ausgetauscht werden muss.

Holzarten wie Eiche, Esche oder andere Parketthölzer können sogar mehrfach umgestaltet werden. Nach dem Schleifen wird der Boden neu geölt oder versiegelt. Das ist in der Regel deutlich günstiger als ein komplett neuer Boden.

Mit Blick auf eine spätere Renovierung sollte Parkett oder Dielenboden möglichst vollflächig auf den Untergrund geklebt werden. Dann lässt sich der Boden später leichter schleifen, weil der Belag fest liegt. Außerdem erhält der Holzboden eine stabile Basis und gerät nicht in Schwingung.

Drei Methoden für einen neuen Farbton

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, Parkett einen neuen oder individuellen Farblook zu geben. Die erste Variante ist das Beizen auf Lösemittel- oder Wasserbasis. Sie eignet sich besonders für intensivere Farbtöne. Der Boden wirkt dadurch dunkler und erhält zugleich einen besonderen Glanz. Wichtig ist, dass sich die Beize mit der anschließenden Lackierung oder dem verwendeten Öl verträgt.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, Pigmentpasten oder Decklackfarben in die Versiegelung oder das Öl einzuarbeiten. Der Nachteil: Die Farben erscheinen meist weniger intensiv. Auch bei der Brillanz müssen Abstriche gemacht werden, weil die Pigmente die Holzstruktur eher verdecken, statt sie zu betonen.

Die dritte Methode ist das Kalken. Dabei handelt es sich um ein sehr altes Verfahren. Die Poren des Holzes werden weiß oder gelegentlich auch farbig gefüllt. Besonders beliebt ist weiß gekalktes Eichenparkett. Es wirkt hell, wohnlich und zugleich ruhig.

Auch Parkettöle können die Struktur des Holzes betonen. Sie sind in verschiedenen Farbtönen erhältlich – von kräftigem Rot über tiefes Blau bis hin zu Gelb- und Grüntönen. Auch Mischfarben sind möglich und werden im Wohnbereich immer wieder eingesetzt.

Individuelle Effekte im Raum

Egal für welche Methode man sich entscheidet: Das Schleifen und Färben von Parkett bietet die Möglichkeit, den Raum deutlich zu verändern. Helle Böden lassen Zimmer größer und luftiger erscheinen. Dunkle Parkettböden, etwa aus Eiche, schaffen dagegen ein edles und elegantes Ambiente.

Auch aus Kostengründen kann sich eine Renovierung lohnen. Abgenutztes Parkett aufzuarbeiten, ist meist deutlich günstiger als ein kompletter Austausch des Bodens. Je nach Zustand und Ausführung lassen sich nach Angaben von Fachleuten gegenüber einem neuen Boden rund 50 bis 70 Prozent der Kosten sparen.

Schleifen erfordert Erfahrung

Für das Schleifen von Parkett braucht es viel Fingerspitzengefühl. Wird die Schleifmaschine falsch geführt, können schnell Schrammen oder Unebenheiten im wertvollen Belag entstehen. Besonders tückisch: Viele Schleiffehler werden erst nach dem Lackieren sichtbar. Dann kann das Gesamtbild des Bodens stark beeinträchtigt sein.

Deshalb sollte die Arbeit möglichst von einem professionellen Bodenverleger ausgeführt werden. Nach dem Schleifen wird der Belag in der Regel neu versiegelt oder geölt. Dadurch wird die neue Farbe vor Feuchtigkeit, Schmutz und Reinigungsmitteln geschützt.

Versiegeln oder ölen

Eine Versiegelung bildet eine strapazierfähige, kratzfeste und leicht zu pflegende Oberfläche. Sie schützt das Holz zuverlässig und ist besonders praktisch in stark genutzten Wohnbereichen.

Geöltes Parkett hat hingegen den Vorteil, dass das Holz offenporiger bleibt und weiter „atmen“ kann. Die Oberfläche wirkt natürlicher und betont die Holzstruktur stärker. Allerdings ist geöltes Parkett empfindlicher als versiegeltes Parkett und muss regelmäßig gepflegt werden. Dazu gehört auch das Nachölen.

Bevor größere Flächen geschliffen und eingefärbt werden, sollte die gewünschte Farbe immer auf einer Testfläche ausprobiert werden. So lässt sich prüfen, wie der Farbton tatsächlich auf dem vorhandenen Holz wirkt und ob er mit Wandfarbe, Möbeln und Lichtverhältnissen harmoniert.

Warum geklebtes Parkett Vorteile hat

Fachleute raten dazu, Parkett vollflächig auf den Estrich zu kleben. Das macht den Boden langlebiger, pflegefreundlicher und verbessert zugleich den Schallschutz. Auch bei einer späteren Renovierung hat geklebtes Parkett Vorteile: Es ist fest mit dem Untergrund verbunden und lässt sich gleichmäßiger schleifen.

Anders sieht es bei lose verlegtem Parkett aus. Durch das Luftpolster zwischen Belag und Untergrund kann der Boden beim Schleifen leicht in Bewegung geraten. Das kann zu einem ungleichmäßigen Schleifbild führen. Außerdem sind die Geräusche beim Darüberlaufen meist lauter.

Wer also schon beim Verlegen an eine spätere Renovierung denkt, schafft mit vollflächig geklebtem Parkett eine bessere Grundlage. Der Boden bleibt stabil, lässt sich bei Bedarf mehrfach aufarbeiten und kann immer wieder an neue Wohnstile angepasst werden.

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