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Lebensversicherung – Sicherungsfonds soll schützen

Einigen Lebensversicherungskunden dürften die finanziellen Sorgen der Mannheimer Lebensversicherung noch in Erinnerung sein. Zum ersten Mal seit langer Zeit geriet damals das Bild der sicheren Geldanlage Kapitallebensversicherung ins Wanken.

345.000 Kunden waren betroffen. Die deutschen Lebensversicherer gründeten daraufhin schnell die Auffanggesellschaft Protektor, die einspringen und die Verträge der Mannheimer weiterführen sollte. Doch in der Praxis zog sich die Übernahme hin. Damit so etwas in Zukunft nicht mehr passieren kann, wurden die Versicherer im vergangenen Jahr per Gesetz verpflichtet, die Verträge im Notfall auf einen Sicherungsfonds zu übertragen.

Das System unterscheidet sich von dem freiwilligen Protektor-System der Versicherer vor allem dadurch, dass die Unternehmen jährlich Beiträge in diesen Sicherungsfonds einzahlen müssen, das den Versicherten im Konkursfall einer Gesellschaft zur Verfügung steht. Die Kritik vieler Verbraucherschützer: Es ist unklar, woher das Geld für den Fonds kommt. Wird es aus den Kundengeldern abgezweigt, zahlen die Kunden einen Beitrag dafür, dass die sichere Geldanlage Kapitallebensversicherung auch wirklich sicher ist.

Aber nicht nur an diesem Punkt müssen die Kunden Zugeständnisse machen: Sie müssen im Pleitefall auch auf Geld verzichten, wenn die Rücklagen im Sicherungsfonds nicht ausreichen. Die garantierte Auszahlungssumme oder die garantierte Rente kann um fünf Prozent herabgesetzt werden, so dass der Kunde beispielsweise erheblich weniger Rente bekommt als geplant. Damit dürfte nicht selten eine Minusrendite das Ergebnis sein: Der Kunde erhält weniger Geld zurück als er eingezahlt hat. Verloren dürfte auf jeden Fall die Überschussbeteiligung sein, die noch nicht gutgeschrieben ist. Damit würde ein Teil des Geldes verloren gehen, der die Kapitallebensversicherung als Geldanlage überhaupt erst interessant macht. Alles in allem bietet der Sicherungsfonds nur bedingt Schutz. So dürften die Rückstellungen im Schadenfall bei einer größeren Versicherung kaum ausreichen. Außerdem verteuern sie die Prämien der Policen oder drücken auf die Rendite. Sicherer macht der Sicherungsfonds die Geldanlage Lebensversicherung also nicht. Er sorgt höchstens dafür, dass aus dem Risiko „Totalverlust“ das Risiko „sehr schlechte Geldanlage“ wird.

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