Wer Wildvögel im Garten oder auf dem Balkon füttert, hilft ihnen besonders in der kalten Jahreszeit über die Runden. Doch nicht jedes Futter ist gleich geeignet. Unterschiedliche Arten haben verschiedene Vorlieben – und eine ausgewogene Mischung sorgt dafür, dass sich Finken, Meisen, Amseln und Spatzen gleichermaßen wohlfühlen.
Eine gute Körnermischung ist das Grundfutter für viele Wildvögel, vor allem für Spatzen, Finken, Zeisige oder Stieglitze. Im Handel erhältliche Mischungen für Wildvögel, Kanarien oder Großsittiche lassen sich leicht anreichern:
- Haferflocken
- Sonnenblumenkerne (geschält oder ungeschält)
- geschrotetes Getreide (z. B. Weizen, Hirse, Gerste)
- Hanfsamen
- gehackte Erdnüsse (ungesalzen!)
- kleine Sämereien wie Leinsamen oder Mohn
Diese Mischung ist energiereich, leicht zu lagern und lockt viele Arten an. Ideal ist, sie trocken und witterungsgeschützt in einem Futterhaus oder Spender anzubieten.
Weichfutter – für Amsel, Drossel & Co.
Nicht alle Vögel sind Körnerfresser. Arten wie Amseln, Rotkehlchen, Zaunkönige oder Stare bevorzugen sogenanntes Weichfutter, das ihnen in freier Natur vor allem aus Insekten, Beeren und Früchten besteht.
Geeignet sind:
- Apfel- und Birnenschnitze
- Rosinen und getrocknete Beeren (z. B. Holunder, Vogelbeeren, Heidelbeeren)
- Haferflocken, mit wenig Öl oder Fett vermischt
- Insekten, Mehlwürmer oder getrocknete Larven
Tipp: Obst sollte in kleinen Mengen ausgelegt und regelmäßig erneuert werden, damit es nicht schimmelt. Wer mag, kann das Futter leicht mit Haferflocken oder Weizenkleie vermengen – das bindet Flüssigkeit und verlängert die Haltbarkeit.
Fettfutter – Energielieferant im Winter
In frostigen Nächten brauchen Vögel besonders viel Energie. Hier hilft Fettfutter, das einfach selbst herzustellen ist. Es liefert schnell verfügbare Kalorien und wird von Meisen, Kleibern, Spechten und sogar Amseln gerne angenommen.
Fettflocken:
Die einfachste Variante: Haferflocken in gutem Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumen- oder Rapsöl) tränken, gut mischen und portionsweise anbieten.
Wichtig: Niemals Frittierfett oder stark erhitztes Öl verwenden – es kann für Vögel giftig sein.
Meisenknödel (Grundrezept):
- 1 kg Kokosfett oder anderes pflanzliches Fett
- 1 kg Körnermischung oder Weichfutter
Zubereitung:
Das Fett langsam schmelzen, Körner und Samen einrühren, gegebenenfalls kurz erwärmen und anschließend heiß in Formen (z. B. Joghurtbecher, Tassen oder Silikonformen) gießen. Einen Holzstab oder eine Schnur zum Aufhängen hineinstecken. Nach dem Abkühlen vorsichtig herauslösen.
Hinweis: Rindertalg kann ebenfalls verwendet werden, sollte jedoch nur im Freien verarbeitet werden – er riecht stark und zieht Insekten an.
Tipps für eine artgerechte Vogelfütterung
Naturnahe Umgebung: Büsche, Hecken und Laub bieten Schutz und ergänzende Nahrung – so wird der Garten zum echten Vogelparadies.
Futterstellen sauber halten: Alte Futterreste regelmäßig entfernen, um Krankheiten zu vermeiden.
Wasser nicht vergessen: Frisches, nicht gefrorenes Wasser ist im Winter ebenso wichtig wie Futter.
Abwechslung bieten: Körnerfutter für Körnerfresser, Weichfutter für Insektenfresser – so finden alle Arten etwas Passendes.
Keine gewürzten oder gesalzenen Speisereste! Diese sind für Vögel ungeeignet und können schaden.
