Keimsprossen selber ziehen – Tipps für Einsteiger

Kein anderes Nahrungsmittel bietet so viele reiche Inhaltsstoffe im Vergleich zu seiner Größe wie die Keimsprossen. Und schließlich: Frischer als vom Keimglas auf den Teller geht es nicht.

Falls Sie Einsteiger in die Keimsprossenkultur sind, sollten Sie zunächst einmal ein einfaches Einmachglas zum Minitreibhaus umfunktionieren. Das Prinzip ist einfach: Keimsprossen brauchen zu ihrer Entwicklung Feuchtigkeit, Wärme, eine gute Luftzirkulation und bedingt auch Licht.

Erde ist bei dieser Anzuchtmethode nicht erforderlich, wohl aber sorgfältiges Wässern. Mindestens zweimal täglich sollten Sie frisches Wasser durch den Abdeckstoff ins Glas gießen, es gründlich schwenken und wieder gut abfließen lassen. Dies ist die beste  Methode, um eine Schimmel- oder Bakterienbildung zu verhindern.

Je nach Sorte dauert es drei bis sieben Tage, bis die Samen genussfähig gekeimt sind. Einfach jeden Tag mal probieren! Nach Lust und Laune können Sie mit den vitaminreichen Keimlingen Salate, Suppen und Gemüse verfeinern. Köstlich schmecken sie auch im Frühstücksmüsli oder auf dem Butterbrot.

Mit dem Keimgerät arbeiten

Wenn Sie ohne die leckeren Winzlinge nicht mehr auskommen möchten, empfiehlt sich die Anschaffung eines Keimgeräts. Auf mehreren Ebenen können die Samen nebeneinander ausgelegt werden, die unterste Schale fängt das Wasser auf. Es gibt diese Apparate aus Kunststoff oder Ton. In Letzterem bilden die Keimlinge unter Lichtabschluss keinen grünen Blattfarbstoff, bleiben dafür aber besonders knackig.

Welche Pflanzenarten eignen sich?

Nicht alle Pflanzenarten sind als Keimsprossen genießbar. Die Samen von Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Auberginen und Kartoffeln bilden beim Keimvorgang sogar Giftstoffe.

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Sojabohne und Luzerne eignen sich hervorragend. Getreidesorten wie Hafer, Gerste und Weizen zeichnen sich durch einen leicht süßlichen Geschmack aus.

Auch die Sprossen von Kreuzblütlern sind als Keimlinge sehr beliebt, allen voran die Kresse, aber auch Senf.

Zu den Samen-Winzlingen gehören Alfalfa, Senf und Sesam. Sie werden geerntet, wenn ihre Blättchen grün sind. Schleim bildende Samen wie Kresse, Leinsamen und Rucola bringt man besser auf einem feuchten Tuch zum Keimen.

Kohlenhydrate und Eiweiß sind in besonders hohem Maße im Keimling der Kichererbse enthalten, was sie zu nussig-würzigen Sattmachern macht.

Wer hingegen seinen Stoffwechsel ankurbeln will, sollte zu Rucola greifen. Er muss nicht erst zum Salat ausgereift sein, um Zutat für selbigen zu sein. Die Keimlinge haben eine leicht scharfe Note und können roh verzehrt werden – genauso wie die Linse. Warten Sie hierbei aber nicht zu lange. Nach drei bis vier Tagen Keimdauer sollte sie geerntet werden, ehe sich kleine Blätter bilden.

Asia-Mix

Die Keimlinge von Sojabohne, Linse und Mungobohne sind wichtige Zutaten asiatischer Gerichte. Von fernöstlicher Kochkunst können wir uns die schonende Zubereitung ab- schauen: Unter ständigem Rühren kurz im Wok angebraten, behalten sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe.

Ein leckeres Sprossen-Rezept

Zutaten für 4 Personen:

20 g getrocknete Shitakepilze, 150 g Chinakohl, 1 kleine Zwiebel, 200 g Zuckerschoten,
150 g kleine Champignons, 150 g Sojasprossen, 250 g Reis, 3 EL Öl, 1 TL frisch geriebenen lngwer, 2 Knoblauchzehen, 25 ml helle Sojasoße, Salz, Pfeffer aus der Mühle.

Zubereitung:

Pilze 30 Minuten in lauwarmen Wasser einweichen. Chinakohl putzen und in Streifen schneiden. Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Zuckerschoten waschen, Enden abknipsen. Champignons putzen und klein schneiden. Sojasprossen mit heißem Wasser übergießen, gut abtropfen lassen. Den Reis laut Packungsanweisung in Salzwasser garen, abgießen. Den Wok oder eine große Pfanne erhitzen, Öl dazugeben. Zwiebel und Ingwer darin anschwitzen, Knoblauch schälen, dazupressen. Zuckerschoten dazugeben, 2 Min. unter Rühren anbraten. Eingeweichte Pilze gut ausdrücken, in Stücke schneiden, mit den Champignons dazugeben, weitere 2 Minuten garen. Sojasprossen und Chinakohl dazugeben, nochmals 3 Minuten unter Rühren braten. Mit Sojasoße, Salz und Pfeffer
würzen und mit dem Reis servieren.

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