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Indianerknollen erobern Garten und Küche

Seine Blüten leuchten wie kleine Sonnenblumen, die satt gelbe Farbe zieht Bienen und Schmetterlinge magisch an. Doch Topinambur sieht im Garten nicht nur schön aus. Ihre Schätze verbirgt die aus Nord- und Mittelamerika stammende Pflanze unter der Erde: Die essbaren Knollen sind gesund und helfen sogar beim Abnehmen.

Topinambur gelangte Anfang des 17. Jahrhunderts durch französische Seefahrer nach Europa. Die Knolle gehörte lange Zeit zu den Grundnahrungsmitteln, erst der vermehrte Anbau von ertragreicheren Kartoffeln verdrängte sie.

Topinambur („Helianthus tuberosus“) ist unter vielen Namen bekannt: Die Pflanze wird auch Knollensonnenblume, Erdbirne, Erdapfel, Erdartischocke, Jerusalemartischocke, Zuckerkartoffel, Indianerknolle oder Wildkartoffel genannt.

Anspruchslos im Garten

Im Garten ist Topinambur als Nutz- und Zierpflanze interessant. Der Korbblütler wird zwei bis drei Meter hoch und ist so auch als Sichtschutz geeignet. Topinambur zählt zur gleichen Gattung wie die Sonnenblume, wobei die Blüten etwas kleiner ausfallen und pro Pflanze zwei bis drei Dutzend essbare Knollen geerntet werden können.

Das Aussehen der Knollen ist je nach Sorte unterschiedlich: Sie erinnern an Birnen, Spindeln, Äpfel oder Ingwerknollen und haben Farben von violett bis braun.

Als empfehlenswert gilt die frühe, schwach wachsende Sorte „Bianka“. Die „Gute Gelbe“ ist stärker wachsend und hat gleichmäßigere Knollen. „Ro Zo“ („Rote Zonenkugel“) kann erst spät geerntet werden und besitzt rote, runde Knollen, die weniger schmackhaft sind. Weitere Sorten sind „Gigant“, „Topstar“ oder „Volkenröder Spindel“. Generell sind die hellen, glattschaligen Sorten vorzuziehen.

Topinambur ist anspruchslos gegenüber Boden und Klima. Die Pflanze gedeiht auf sandigen, mageren Böden ebenso gut wie auf gutem Gartenboden. Nur Staunässe vertragen die Knollen schlecht. Gepflanzt wird die Knolle am besten von März bis April in einem Reihenabstand von 60 bis 100 Zentimetern. Der Abstand in der Reihe sollte 20 Zentimeter betragen, die Pflanztiefe zehn Zentimeter. Die Ernte ist von Oktober bis zum Neuaustrieb im Frühjahr möglich. Im Boden verbleibende Knollen treiben wieder aus. Sie sind frostfest bis minus 30 Grad.

Geschmack wie Artischocken

Die Topinambur-Knollen lassen sich nicht gut lagern und sollten immer kühl und dunkel aufbewahrt werden. Durch ihre dünne Haut verlieren sie schnell an Feuchtigkeit und werden schrumpelig. Sie sollten nur in Verzehrmenge geerntet oder in Frischhaltefolie gepackt kurze Zeit gelagert werden.

Topinambur eignet sich roh für Salate. Die Knollen können auch gegart werden und erinnern mit ihrem Aroma an Artischocken oder Schwarzwurzeln. Die Haut der Knolle muss nicht unbedingt entfernt werden. In der Regel reicht es aus, sie gründlich mit einer Gemüsebürste zu reinigen. Durch den sehr hohen Anteil an unverdaulichen Ballaststoffen verschafft Topinambur zudem schnell ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.

Industriell werden aus den Indianerknollen Zucker und Sirup gewonnen. Durch Vergärung können Alkohol und Topinambur-Branntwein hergestellt werden. Topinambur gilt zudem als ideales Diätgemüse für Diabetiker. Der Inhaltsstoff Inulin wirkt stabilisierend auf den Blutzuckerspiegel.

Ein einfaches Rezept mit Topinambur

Ein einfaches und leckeres Rezept mit Topinambur ist gebratener Topinambur mit Knoblauch und Petersilie.

Zutaten

  • 800 g Topinambur
  • 3 EL Rapsöl
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 Stiele Petersilie
  • Zitronensaft

Zubereitung

  • Topinambur putzen, gründlich waschen und in 3–4 mm dicke Scheiben schneiden.
  • Öl in einer Pfanne erhitzen, Topinambur zugeben, salzen und pfeffern.
  • Bei geringer Hitze 10–15 Minuten goldbraun braten, ab und zu wenden.
  • Knoblauch schälen, in Scheiben schneiden und während der letzten 5 Minuten dazugeben.
  • Petersilie waschen, hacken und über das gebratene Gemüse streuen.
  • Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und servieren.

Weitere Rezept-Ideen mit Topinambur

  • Topinamburcremesuppe: Mit Kartoffeln, Zwiebeln, Gemüsebrühe und Gewürzen kochen, pürieren und mit Butter abschmecken.
  • Topinamburpuffer: Geraspelte Topinambur mit Kartoffeln, Gewürzen und Eiern vermengen, in der Pfanne goldbraun braten und mit Joghurtcreme servieren.
  • Gebackene Topinambur: Im Ofen mit Olivenöl, Knoblauch und Thymian rösten.

Topinambur gilt als vielseitig, leicht zuzubereiten und lässt sich gut mit Kräutern und frischen Zutaten kombinieren.

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