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Austernpilze und Shiitake lassen sich leicht im eigenen Garten anbauen

Pilze sind keine Pflanzen – und genau darin liegt das Geheimnis ihrer Zucht. Wer Pilze erfolgreich anbauen möchte, muss verstehen, dass sie völlig andere Lebensansprüche haben als Gemüse oder Kräuter. Sie brauchen weder Licht noch klassische Nährstoffe aus der Erde. Stattdessen wachsen sie auf organischem Material, das sie zersetzen – etwa auf Holz, Stroh oder Kompost. Besonders einfach ist jedoch die Kultur von Pilzen, die sich auf Holz spezialisiert haben.

Zu den beliebtesten Arten für den Anbau im eigenen Garten gehören der Austernpilz und der aus Japan stammende Shiitake. Beide gedeihen hervorragend auf Hartholzstämmen. Um sie zu züchten, wird ein geeignetes Stück Holz mit sogenannter Pilzbrut – also kleinen, mit Pilzmyzel durchwachsenen Proben – „geimpft“. Diese Pilzbrut ist in spezialisierten Online-Shops erhältlich.

„Die einfachste Methode ist das Impfen mit sogenannten Impfdübeln“, erklärt Nicola Krämer aus Hannover, Autorin des Buchs „Shiitake und Austernpilze – Anbau im eigenen Garten, vegetarische Rezepte“. Dazu bohrt man in den Holzstamm mehrere Löcher und schlägt mit einem Gummihammer die Holzdübel hinein, die bereits vom Pilz durchwachsen sind.

Geduld und das richtige Klima

Nach dem Impfen folgt die sogenannte Durchwachsphase. In dieser Zeit breitet sich das Pilzmyzel im Holz aus – beim Austernpilz dauert das etwa sechs Monate, beim Shiitake meist ein ganzes Jahr. Währenddessen sollte der Stamm an einem schattigen, windstillen Ort unter einer Folie gelagert werden. „Das sorgt für ein feuchtes Mikroklima, wie Pilze es lieben“, sagt Krämer.

Ist das Holz vollständig durchwachsen, wird der Stamm an seinem endgültigen Standort zu etwa einem Drittel eingegraben. Dort bleibt er dauerhaft feucht und geschützt – ideale Bedingungen, um regelmäßig Fruchtkörper zu bilden.

Holz ist nicht gleich Holz

„Für Anfänger reicht es, zu wissen, dass sehr viele Arten auf Buchenholz gedeihen“, so Krämer. Auch der Shiitake lässt sich gut auf Eiche kultivieren, während der Austernpilz sogar auf Pappel wächst. Wichtig ist, dass das Holz frisch geschlagen ist und keine Fäulnis zeigt.

Auch die Größe des Stammes spielt eine Rolle: Shiitake bevorzugt längere Knüppelhölzer mit einem Durchmesser von etwa 15 Zentimetern. Dünne Äste trocknen zu schnell aus und bieten dem Pilz zu wenig Nährsubstrat.

Für Ungeduldige: Pilzzucht im Wohnzimmer

Wer keinen Garten hat oder nicht warten möchte, kann auf Fertigkulturen zurückgreifen. Dabei handelt es sich um kleine Substratblöcke, die bereits vollständig mit Pilzgewebe durchwachsen sind. „Diese Kulturen lassen sich auf dem Balkon oder sogar in der Wohnung aufstellen“, erklärt Pilzexperte Dieter Honstraß.

Wichtig ist dabei ein heller, aber nicht sonniger Standort und eine gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit. Mit etwas Geduld erscheinen bald die ersten Fruchtkörper – frische Austernpilze oder Shiitake aus eigener Zucht, direkt aus dem Wohnzimmerregal.

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