Holunder gehört zu den traditionellen Garten- und Wildpflanzen, die gleich zweimal im Jahr genutzt werden können. Im Frühsommer liefern die weißen Blütendolden die Grundlage für Sirup, Gelee oder Tee. Wer im Juni genügend Blüten am Strauch lässt, kann sich ab September auf die reifen Beeren freuen. Dann hängen die Dolden schwer am Strauch, glänzend dunkelviolett bis fast schwarz.
Aus den Beeren lässt sich Holundersaft herstellen. Er schmeckt kräftig, herb-fruchtig und wird seit Generationen als Hausmittel in der kalten Jahreszeit geschätzt. Roh sollten die Früchte jedoch nicht gegessen werden. Sie enthalten Stoffe, die unbekömmlich sind und Beschwerden auslösen können. Deshalb werden Holunderbeeren vor dem Verzehr immer erhitzt.
Nur reife Beeren verwenden
Für Saft eignen sich vollreife, dunkle Holunderbeeren. Grüne oder rötliche Früchte sollten aussortiert werden. Auch Stiele, Blätter und unreife Beeren gehören nicht in den Topf. Nach dem Pflücken werden die Dolden vorsichtig gewaschen. Die Beeren können anschließend mit einer Gabel von den Stielen abgestreift werden.
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Für eine einfache Saftzubereitung werden etwa 1,5 Kilogramm Holunderbeeren tropfnass in einen großen Topf gegeben und aufgekocht. Durch die Hitze platzen die Beeren auf und geben ihren Saft frei. Danach wird die Masse durch ein Mulltuch oder ein feines Sieb gegossen und mehrere Stunden abtropfen gelassen.
Zucker, Zitrone und Wasser für die Haltbarkeit
Der aufgefangene Holundersaft wird anschließend mit 1,5 Kilogramm Zucker, dem Saft einer halben Zitrone und einem Liter Wasser erneut aufgekocht. Die heiße Flüssigkeit wird sofort in saubere Flaschen mit Schraubverschluss gefüllt. Die Flaschen sollten vorher gründlich gereinigt und möglichst heiß ausgespült werden.
Fest verschlossen und kühl gelagert hält sich der Saft mehrere Monate. Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank und sollte zügig verbraucht werden.
Ein Vorrat für die kalte Jahreszeit
Holundersaft kann pur, mit Wasser verdünnt oder warm getrunken werden. Viele nutzen ihn im Herbst und Winter als fruchtiges Getränk, andere geben ihn zu Tee, Desserts oder Soßen. Der hohe Zuckeranteil macht ihn allerdings eher zu einem Sirup oder Saftkonzentrat als zu einem Alltagsgetränk.
Wer Holunder im Garten hat, bekommt damit eine einfache Möglichkeit, Vorräte selbst herzustellen. Entscheidend sind reife Beeren, sorgfältiges Erhitzen und sauberes Abfüllen. So wird aus den dunklen Früchten ein haltbarer Saft, der den Geschmack des Spätsommers in die kalte Jahreszeit bringt.
