Auf Wiesen, an Straßenrändern und zunehmend auch in Wohnnähe taucht eine Pflanze immer häufiger auf, die für Mensch und Tier gefährlich werden kann. Behörden warnen vor einer deutlichen Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts – mit spürbaren Folgen für Gesundheit und Umwelt.
Das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit berichtet von einer massiven Ausbreitung des Jakobskreuzkraut. Die gelb blühende Wildpflanze ist zwar heimisch, hat sich jedoch in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet.
Als Ursachen gelten unter anderem mangelnde Pflege von Flächen sowie eine veränderte Nutzung von Wiesen und Grünanlagen. Hinzu kommt die hohe Anpassungsfähigkeit der Pflanze: Sie übersteht sowohl längere Trockenperioden als auch feuchte Bedingungen und kann sich so in unterschiedlichsten Lebensräumen etablieren.
Gefährlich für Mensch und Tier
Die Risiken gehen von den enthaltenen Pyrrolizidinalkaloiden aus – giftigen Pflanzenstoffen, die vor allem die Leber schädigen. Bereits geringe Mengen können langfristige gesundheitliche Folgen haben.
Besonders problematisch ist, dass die Giftstoffe nicht nur beim Verzehr wirken. Auch über Hautkontakt können sie aufgenommen werden. Dadurch steigt die Gefahr unbemerkter Belastungen, etwa beim Spielen im Freien oder bei Gartenarbeiten.
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Für Tiere ist die Pflanze ebenfalls hochgefährlich. Bei Weidetieren kann der Verzehr zu schweren Leberschäden bis hin zum Tod führen. Tückisch ist dabei, dass Symptome nicht immer sofort auftreten, sondern sich auch über längere Zeit entwickeln können.
Verbreitung in Alltagsumgebung
Auffällig ist, dass das Jakobskreuzkraut längst nicht mehr nur auf abgelegenen Flächen wächst. Es findet sich zunehmend auf Spielplätzen, an Feldwegen, auf Campingplätzen oder in privaten Gärten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen und Haustiere mit der Pflanze in Kontakt kommen.
Gerade für Kinder besteht ein erhöhtes Risiko, da die leuchtend gelben Blüten leicht mit harmlosen Pflanzen verwechselt werden können.
Frühzeitige Entfernung empfohlen
Fachleute raten dazu, die Pflanze möglichst frühzeitig zu entfernen – idealerweise bevor sie Samen bildet. Diese verbreiten sich ähnlich wie beim Löwenzahn über den Wind und erschweren die Eindämmung erheblich.
Beim Entfernen ist Vorsicht geboten: Empfohlen werden Handschuhe und schützende Kleidung, da alle Pflanzenteile giftig sind – auch im getrockneten Zustand.
Herausforderung für Flächenmanagement
Die zunehmende Verbreitung des Jakobskreuzkrauts zeigt, wie stark sich Veränderungen in der Landschaftspflege auf ökologische Gleichgewichte auswirken können.
Zwischen Naturschutz, Flächennutzung und Gesundheitsrisiken entsteht ein Spannungsfeld, das künftig stärker in den Fokus rücken dürfte.
