Wenn es draußen eisig wird, bleiben die Fenster zu. Trotzdem braucht jede Wohnung Frischluft, um Feuchtigkeit, Gerüche und Schadstoffe abzuführen. Gerade bei frostigen Temperaturen ist das Lüften wichtig, gleichzeitig aber auch sensibel: Zu langes Öffnen der Fenster kühlt die Räume aus, zu kurzes bringt kaum Austausch. Mit einigen Grundregeln lässt sich die Balance gut halten.
Täglich entstehen durch Duschen, Kochen, Atmen und Wäsche mehrere Liter Wasserdampf. Wird die Feuchtigkeit nicht abgeführt, kann sie sich als Kondenswasser an kalten Wänden oder Fenstern niederschlagen. Die Folge sind feuchte Stellen und im schlimmsten Fall Schimmel.
Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit halten, wodurch regelmäßiger Luftaustausch bei Minustemperaturen sogar besonders effizient ist.
Stoßlüften statt Kipplüften
Bei Frost empfiehlt sich ausschließlich Stoßlüften. Das bedeutet: Fenster weit öffnen, nicht nur ankippen. Beim Kipplüften kühlen Wände aus, während kaum Luftaustausch stattfindet. Stoßlüften dagegen senkt die Raumtemperatur nur kurz, während die Feuchtigkeit schnell entweichen kann.
Die ideale Dauer liegt im Winter zwischen drei und fünf Minuten, abhängig von Raumgröße und Außentemperatur.
Zwei- bis dreimal täglich lüften
In Wohnräumen reichen zwei bis drei Lüftungszyklen pro Tag. In Räumen mit hoher Feuchtigkeit – Küche, Bad, Schlafzimmer – kann ein zusätzliches kurzes Lüften sinnvoll sein. Wer morgens mit beschlagenen Fenstern aufwacht, sollte unmittelbar danach lüften, denn über Nacht sammelt sich besonders viel Feuchtigkeit.
Querlüften schafft schnellen Luftaustausch
Wenn möglich, sollten sich gegenüberliegende Fenster und gegebenenfalls auch die Wohnungstür gleichzeitig öffnen lassen. Dieser Luftzug tauscht die Raumluft besonders schnell aus und spart Energie. In Häusern mit mehreren Etagen entsteht dadurch ein deutlicher Sog, der die Lüftungszeit weiter verkürzt.
Bad und Küche: sofort lüften
Nach dem Duschen oder Kochen steigt die Luftfeuchtigkeit deutlich an. Lüften Sie daher sofort nach der Nutzung. Ohne Fenster im Bad hilft es, die Tür zu öffnen und das Fenster im nächstgelegenen Raum für einige Minuten weit zu öffnen.
Wichtig: Türen zu Schlafräumen oder weniger beheizten Zimmern geschlossen halten, damit die Feuchtigkeit nicht dorthin zieht.
Schlafzimmer: richtig lüften nach der Nacht
In Schlafzimmern ist die Luftfeuchtigkeit morgens am höchsten. Direkt nach dem Aufstehen sollte das Fenster weit geöffnet werden. Während des Schlafens kann das Fenster geschlossen bleiben, da das Lüften bei Minustemperaturen vor dem Zubettgehen zu stark auskühlt und Energie verbraucht, die später wieder aufgewendet werden muss.
Heizkörper während des Lüftens herunterdrehen
Damit keine Energie verloren geht, sollten Heizkörper für die kurze Lüftungsdauer heruntergestellt werden. Nach dem Schließen der Fenster können sie wieder auf die gewünschte Einstellung zurückgestellt werden. Das verhindert unnötige Wärmeverluste und sorgt dafür, dass sich der Raum schneller wieder aufheizt.
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Darauf sollten Sie verzichten
Bestimmte Routinen sind im Winter kontraproduktiv:
- Fenster längere Zeit in Kippstellung
- Türen dauerhaft offenstehen lassen
- Heizung voll aufdrehen während des Lüftens
All dies führt zu höheren Heizkosten, ohne den Luftaustausch zu verbessern. Auch Räume, die nicht dauernd genutzt werden, sollten etwas geheizt sein und müssen regelmäßig gelüftet werden. Denn die Feuchtigkeit, die beim Duschen und Kochen entsteht, dringt in die gesamte Wohnung. Türen also unbedingt geschlossen halten. Dies ist umso wichtiger, wenn die Wohnung sowieso schon feuchtigkeitsbelastet ist.
Wer das Lüften an feste Tagesroutinen koppelt, profitiert von konstanter Luftqualität, ohne die Wohnung auszukühlen. Gerade bei Minustemperaturen gilt: kurz, intensiv und gezielt. So bleibt das Zuhause behaglich, die Heizkosten beherrschbar und Feuchtigkeitsschäden werden wirksam vermieden.
