Eine Hängematte im Wohnzimmer oder Schlafzimmer sorgt für Entspannung und Urlaubsgefühl zu Hause. Damit das komfortabel und sicher funktioniert, müssen Aufhängung, Gestellgröße und Raumverhältnisse stimmen. Außerdem stellt sich die Frage, ob man dauerhaft in einer Hängematte schlafen kann und ob das überhaupt gesund ist.
Wer eine Hängematte in der Wohnung aufhängen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Wand- oder Deckenmontage oder die Nutzung eines Gestells. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
Für die Wandmontage werden Haken oder Ösen in massive Wände oder Deckenbalken geschraubt. Wichtig ist, dass das Material tragfähig ist – Beton oder Vollholz eignen sich, Gipskarton oder dünne Trennwände dagegen nicht. Zwischen den Befestigungspunkten sollte ein Abstand von etwa 3 bis 4 Metern liegen, je nach Länge der Hängematte.
Bei wenig Platz oder wenn Bohren nicht erlaubt ist, bietet sich ein Hängemattengestell an. Es besteht meist aus Holz oder Metall und lässt sich flexibel im Raum positionieren. Modelle aus Holz wirken wohnlicher, Metallgestelle sind leichter und oft höhenverstellbar.
Wie groß muss ein Gestell sein?
Das Gestell muss zur Länge der Hängematte passen. Als Faustregel gilt:
- Die Hängematte sollte etwa 40–50 Zentimeter kürzer sein als der Abstand zwischen den beiden Aufhängepunkten.
- Ein Gestell sollte also mindestens 3,5 bis 4 Meter lang sein, um eine Standard-Hängematte aufzunehmen.
Wichtig ist auch die Höhe: Die Aufhängepunkte liegen idealerweise etwa in 1,30 bis 1,50 Metern Höhe, damit die Hängematte leicht durchhängt und sich die Liegefläche bildet.
Für kleine Räume eignen sich kompakte Gestelle mit geringerer Spannweite oder Hängesessel, die weniger Platz beanspruchen.
Sicherheit und Montage
Bei der Montage sollte die Tragfähigkeit der Befestigung im Vordergrund stehen. Haken und Schrauben müssen auf das Gewicht des Nutzers abgestimmt sein – inklusive Sicherheitsreserve. Hochwertige Hängematten-Sets enthalten bereits zugelassene Dübel und Karabiner.
Wer in einer Mietwohnung lebt, sollte Bohren vorab mit dem Vermieter abklären. Eine Alternative sind Türrahmenhalterungen oder Klemmgestelle, die sich ohne Beschädigungen montieren lassen.
Die Belastbarkeit der Hängematte selbst ist ebenfalls wichtig. Gute Modelle tragen zwischen 120 und 200 Kilogramm, Doppelhängematten entsprechend mehr.
Ist Liegen in der Hängematte gesund?
Das Liegen in einer Hängematte kann durchaus gesund sein – vorausgesetzt, man liegt richtig. Statt längs wie in einem Bett sollte man leicht diagonal liegen. Dadurch verteilt sich das Körpergewicht gleichmäßig, der Rücken wird gestützt und die Wirbelsäule bleibt in natürlicher Position.
Diese schräge Liegeweise verhindert auch das Gefühl, eingesunken zu sein. Zudem fördert das sanfte Schaukeln die Entspannung, senkt Puls und Muskelspannung und kann beim Einschlafen helfen.
Allerdings eignet sich eine Hängematte nicht für jeden dauerhaft. Menschen mit Rückenproblemen oder Kreislaufbeschwerden sollten sie eher zum Ausruhen als zum Schlafen nutzen.
Kann man ausschließlich in einer Hängematte schlafen?
Theoretisch ja – in vielen Ländern, etwa in Mittel- und Südamerika, ist das ganz normal. Dort schlafen Menschen seit Jahrhunderten ausschließlich in Hängematten. Entscheidend ist, dass Material, Größe und Aufhängung optimal auf den Körper abgestimmt sind.
Eine großzügige Liegefläche aus Baumwolle oder Netzgewebe unterstützt den Körper gleichmäßig. Wer in der Hängematte schlafen möchte, sollte ein Modell mit Querstreben oder breitem Tuch wählen und diagonal liegen. So bleibt der Rücken stabil, und Druckpunkte werden vermieden.
In gemäßigten Klimazonen ist das allerdings Geschmackssache. Die fehlende feste Unterlage kann auf Dauer ungewohnt sein, und für Seitenschläfer ist die Position gewöhnungsbedürftig.
Tipps für mehr Komfort
- Ein weiches Kissen oder eine kleine Decke erhöhen den Liegekomfort.
- Bei Indoor-Nutzung sollte die Hängematte nicht direkt an der Heizung oder am Fenster hängen, um Temperaturschwankungen zu vermeiden.
- Baumwolle wirkt angenehm auf der Haut, Nylon oder Polyester sind pflegeleichter und trocknen schneller.
- Eine leichte Schwingbewegung fördert Entspannung – daher lieber locker als zu straff aufhängen.
Hängematte als Wohnakzent
Abseits des funktionalen Aspekts ist eine Hängematte auch ein ästhetisches Element. In großen Räumen schafft sie eine entspannte Atmosphäre, in kleineren kann sie eine Lese- oder Ruhezone ersetzen. Modelle aus Naturstoffen wie Baumwolle oder Leinen fügen sich harmonisch in moderne Wohnstile ein, während farbenfrohe Varianten Akzente setzen.
Ob als Rückzugsort, als Möbelstück oder als Schlafalternative – eine Hängematte im Innenraum ist ein Stück Leichtigkeit im Alltag, das bei richtiger Montage und Nutzung lange Freude bereitet.
