Kartoffeln landen in Deutschland regelmäßig im Kochtopf. Was danach übrig bleibt, verschwindet dagegen meist ohne viel Aufhebens im Ausguss: das Kochwasser. Dabei hat die unscheinbare Flüssigkeit einiges von dem aufgenommen, was während des Kochens aus den Kartoffeln gelöst wird.
Vor allem Stärke, aber auch wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe finden sich darin wieder. Wer Kartoffeln nicht gerade in Salzwasser schwimmen lässt, kann die Flüssigkeit deshalb durchaus noch in der Küche gebrauchen.
Besonders praktisch ist Kartoffelwasser als Grundlage für Suppen und Soßen. Die gelöste Stärke kann Flüssigkeiten leicht binden und ihnen eine etwas sämigere Konsistenz geben. Statt zusätzlich viel Mehl oder Stärke einzurühren, kann man einen Teil des Kartoffelwassers verwenden. Geschmacklich bleibt es meist dezent, sodass es sich problemlos in viele herzhafte Gerichte einfügt.
Kartoffelwasser für Brot und Hefeteig
Auch beim Backen kann Kartoffelwasser interessant sein. Wer Brot oder Brötchen selbst herstellt, kann einen Teil der im Rezept vorgesehenen Flüssigkeit durch abgekühltes Kartoffelwasser ersetzen. Die darin enthaltene Stärke kann die Teigstruktur beeinflussen und zu einer saftigeren, weicheren Krume beitragen.
Allerdings ist diese Verwendung in einem normalen Haushalt weniger naheliegend als bei Suppe oder Sauce. Schließlich kocht man die Kartoffeln häufig zum Mittagessen und müsste unmittelbar danach den Brotteig ansetzen. Das Kartoffelwasser tagelang aufzubewahren, ist keine besonders gute Idee.
Wie lange hält sich Kartoffelwasser?
Kartoffelwasser sollte nach dem Kochen möglichst rasch abkühlen und anschließend im Kühlschrank aufbewahrt werden, wenn es nicht sofort verwendet wird. Gerade weil es Nährstoffe enthält, ist es kein besonders haltbares Lebensmittel. Für eine spätere Verwendung sollte man sich daher eher an einem Zeitraum von wenigen Tagen orientieren und auf Geruch und Aussehen achten.
Noch wichtiger ist die Frage, was überhaupt im Kochwasser gelandet ist. Wurden die Kartoffeln mit viel Salz gekocht, bringt auch das Wasser entsprechend viel Salz mit. Bei stark verschmutzten Kartoffeln sollte man es ebenfalls nicht weiterverwenden. Wer das Wasser später zum Backen oder Kochen nutzen möchte, kann die Kartoffeln vorher gründlich waschen und das Kochwasser möglichst wenig salzen.
Eine kleine Küchenökonomie
Kartoffelwasser ist kein Wundermittel und auch kein Lebensmittel, das man um jeden Preis retten muss. Wer keinen Verwendungszweck dafür hat, kann es weiterhin wegschütten. Interessant ist vielmehr der Gedanke dahinter: Beim Kochen entsteht nebenbei eine Flüssigkeit, die sich für eine weitere Zubereitung eignet.
Besonders bei Suppen, Eintöpfen und Saucen ist der Aufwand denkbar gering. Einfach das Wasser nicht sofort abgießen, sondern zunächst einen Teil davon auffangen. Dann kann es später zum Verlängern oder Binden verwendet werden. Für das Brot braucht es etwas mehr Planung – und genau daran dürfte es im Alltag meistens scheitern. Das Kartoffelwasser wäre vorhanden. Nur der Brotteig müsste eben schon auf den Kartoffeltopf gewartet haben.
