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Wie lerne ich Hypnose?

Jeder Mensch kennt hypnotische Zustände, denn jeden Abend kurz vor dem Einschlafen ist jeder in einem solchen Zustand. Daraus lässt sich folgern, dass im Grunde jeder Mensch hypnotisierbar ist – jedoch nur in unterschiedlichen Tiefen und in einer individuellen Geschwindigkeit.

Laut Studien springen etwa 90 Prozent aller Patienten auf medizinische Hypnose an. Möglich ist neben der Fremdhypnose, in der Personen von Hypnotiseuren in Trance versetzt werden, auch eine allein durchgeführte Auto- oder Selbsthypnose. Diese Technik wurde im 19. Jahrhundert von dem französischen Apotheker Émile Coué entwickelt. Die Anweisungen, die innerhalb einer Trance gegeben werden, nennt man Suggestionen beziehungsweise Autosuggestionen bei der Selbsthypnose.

Dabei sollen nicht alle dieser Anweisungen auch mit Ende des Trancezustands ihre Wirkung verlieren. Gerade bei der Autosuggestion oder therapeutischen Behandlung soll oft eine neue Überzeugung anhalten. Beispiel ist, dass ein Raucher durch Hypnose kein Verlangen mehr nach Zigaretten verspürt.

Während man im normalen Bewusstseinszustand immer verschiedene Reize gleichzeitig wahrnimmt, ist in Hypnose oder Trance die gesamte bzw.  ihr größter Teil Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache gerichtet, so dass man die restliche Umgebung mehr oder weniger aus dem Auge verliert. Man kann auch sagen, dass die Aufmerksamkeit weg von äußeren Reizen hin auf das innere Erleben gelenkt wird. Je besser das innere Erleben des Klienten, desto tiefer gelingt es ihm, einzutauchen.

Sowohl die Suggestion als auch Autosuggestion kann man erlernen. Hierfür werden Fernkurse oder Präsenzseminare angeboten. Auch eine Vielzahl an Büchern fürs autodidaktische Lernen sind erhältlich. Was die richtige Methode ist, hängt dabei von dem jeweiligen Angebot und der lernenden Person selbst ab. Viele Menschen empfinden es aber als einfacher, wenn sie unter der Anleitung eines erfahrenen Lehrers arbeiten und direkte wie professionelle Rückmeldung bekommen. In einer Gruppe ist es ebenfalls von Vorteil, dass man die erlernten Techniken direkt an den anderen Teilnehmern ausprobieren kann.

Innerhalb eines Seminars üben die Anwesenden verschiedene Techniken, um andere Personen in Trance zu versetzen, in diesem Hypnosezustand mit Suggestionen zu arbeiten und anschließend die Trance wieder aufzulösen. Besonderer Wert wird hierbei auch auf das Beibringen einer sinnvollen Kommunikationsführung gelegt, die sich mit dem hypnotischen Zustand besonders gut verträgt. Doch wer Hypnose und bestimmte therapeutische Techniken und Suggestionen erlernt, darf sich in Deutschland noch lange nicht Therapeut nennen, wenn kein entsprechendes Hochschulstudium vorliegt.

Oft eignen sich aber gerade Menschen aus dem medizinischen oder therapeutischen Bereich die Hypnosefähigkeit an, um so ihr Angebotsspektrum zu erweitern. Bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wendete der deutsche Arzt Franz Anton Mesmer die Hypnose bei seinen Patienten an und konnte damit teils erhebliche Erfolge erzielen. Aufgrund dessen wurde dieses Verfahren zu Beginn seiner wissenschaftlichen Erforschung und Anwendung auch häufig Mesmerisieren genannt. Hier wurde erstmals auf wissenschaftliche Weise mit einer Kunst gearbeitet, deren eigentlicher Ursprung in Vergessenheit geraten ist. Doch erst seit 2006 gehört die Hypnose in Deutschland zu den wissenschaftlich anerkannten und eigenständigen Therapiemethoden.

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