Was ein Lehrer darf – und was nicht

Was ein Lehrer darf:

Verweis erteilen
Bei klarem Fehlverhalten, etwa dauerndem Stören des Unterrichts, erfolgt diese schriftliche Ermahnung, inklusive Eintrag in die Schulakte. Mit dem Schreiben sollen Eltern auf die Schulprobleme aufmerksam gemacht werden, denn viele Schüler erzählen zu Hause nichts davon.

Strafarbeiten aufgeben
Eine schriftliche Zusatzaufgabe darf als erzieherische Maßnahme erteilt werden. Sie soll dazu dienen, den verpassten Lernstoff nachzuholen. Nachsitzen dient demselben Zweck. Hier sind aber vorab die Eltern zu informieren.

Handys konfiszieren
Das Einsammeln von Mobiltelefonen ist er- laubt, denn der Lehrer setzt die Hausordnung durch. In ihr regeln Schulen den Umgang mit Handys — sie sind meist generell im Unterricht verboten! Das Gerät muss spätestens am Ende des Schultags zurückgegeben werden.

Schäden beheben lassen
Wenn Schuleigentum beschädigt oder be- schmutzt wird, kann der Lehrer verlangen, dass die Verursacher den Schaden beheben. Wer Sprüche an die Toilettenwand schmiert, kann zum Kloputzen verdonnert werden.

Jugendamt informieren
Auch gegen den Willen der Eltern kann die Schule das Jugendamt einschalten, etwa wenn ein Schüler durch schweres Fehlverhalten auf- fällt, das einen Schulausschluss zur Folge hat. Bei Straftaten (z. B. Körperverletzung, Drogen- delikte) informiert die Schule immer die Polizei.

Was der Lehrer nicht darf:

Schlagen
Ohrfeigen? Gehören zum Glück meist der Vergangenheit an. „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung“, so § 1631 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Sollte die Hand dennoch ausrutschen, macht sich die Lehrkraft wegen Körperverletzung strafbar.

Geldstrafen verhängen
Eigentlich ist es rechtlich nicht zulässig, einen Schüler, der mit dem Stuhl kippelt, zehn Cent in die Klassenkasse zahlen zu lassen. Wenn sich aber alle Beteiligten — Eltern, Lehrer und Schüler — einig sind, dürfen etwa in Hessen kleinere Vergehen so bestraft werden.

Entwürdigen
Kniebeugen verlangen oder mit dem Gesicht zur Wand in der Ecke stehen lassen ist nicht erlaubt, da dies laut Schulgesetzen pädago- gisch nicht sinnvoll ist, sondern lediglich eine Vorführung des Schülers vor der Klasse dar- stellt und die Menschenwürde verletzt.

1000x abschreiben lassen
Bart aus der TV-Serie „Die Simpsons“ kennt das: hundertfach den gleichen Satz abschrei- ben zu müssen. Erlaubt ist das in Deutschland nicht, weil es als rein mechanische Strafarbeit ohne pädagogischen Zweck gilt. Vorkommen soll es trotzdem noch gelegentlich.

Das Kollektiv bestrafen
Die ganze Klasse zur Rechenschaft ziehen ist juristisch nicht erlaubt, da es zwangsläufig auch Unschuldige trifft. Kollektivstrafen stellen einen groben Verstoß gegen einen elementaren rechtsstaatlichen Grundsatz dar und sind pädagogisch fragwürdig.

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