Warum Jungen besonders vom Vorlesen profitieren

Clipboard021-300x227Besonders Jungen profitieren vom Vorlesen. Das hat eine wissenschaftliche Studie der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung “Die Zeit” und der Deutschen Bahn zum ersten Mal belegt.

Vorlesen ist ein “zentraler Impuls für die Kompetenzentwicklung in unterschiedlichen Bereichen”, so Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen. Es hilft in der Schule nicht nur im Fach Deutsch. Auch in Mathe haben Kinder, denen schon früh vorgelesen wurde, bis zu einer halben Note besser abgeschnitten als ihre Altersgenossen.

“Jungs müssen aufpassen, dass sie nicht von den Mädchen überholt werden”

Jungs, die insgesamt deutlich weniger lesen als Mädchen, profitieren besonders stark vom Vorlesen. Regelmäßiges Vorlesen erhöhe die Lesefreude bei Jungen noch mehr als bei Mädchen, so “Zeit”-Geschäftsführer Rainer Esser: “Die Jungen müssen in diesem Alter ja aufpassen, dass sie von den Mädchen nicht rapide überholt werden.” Der Studie zufolge sagen von den Jungen, denen vorgelesen wurde, 20 Prozentpunkte mehr, dass ihnen Bücherlesen Spaß macht – im Vergleich zu Jungen, denen nicht vorgelesen wurde. Bei den Mädchen beträgt der Unterschied nur neun Prozentpunkte.

58 Prozent der “Vorlesekinder” greifen selber zum Buch, sobald sie lesen gelernt haben. In der Pubertät sinkt die Zahl, dennoch bleibt über die Hälfte Bücherfreunde. Bei “Nicht-Vorlesekindern” sind es nur 37 Prozent.

Sportlich statt sozial isoliert

Bei den Kindern, die mindestens einmal in der Woche Sport treiben, ist der Anteil derjenigen, denen vorgelesen wurde, sehr hoch (66 Prozent). Jungs, die lesen, werden manchmal als sozial isolierte Lese-Nerds angesehen, sagt Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. Das sei nun widerlegt. Im Gegenteil: Vorlesen sei Teil einer ganzheitlichen gesunden Erziehung.

Die Initiatoren der Studie sehen Vorlesen als “besonders nachhaltiges Investment in die Entwicklung von Kindern”.

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