Versicherungen vom Arbeitgeber – Allgemeines

Die betriebliche Altersvorsorge als ein Weg der privaten Vorsorge hat sich als festes Vorsorgeinstrument etabliert und wird wegen der finanziellen Anreize gerne genutzt.

Viele wissen jedoch nicht, dass es Versicherungen vom Chef auch in anderen Sparten gibt. So beispielsweise auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Arbeitnehmer können ihre Direktversicherung auch als selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen – und zwar unter den gleichen Vorteilen wie bei der betrieblichen Altersvorsorge. Denn nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums erstreckt sich die Regelung auch auf Renten, die wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung üblich, nur für einen begrenzten Zeitraum gezahlt werden.

Das bedeutet, dass die Beiträge bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei (das sind 2544 Euro monatlich) bleiben und zudem in dieser Höhe auch sozialversicherungsfrei. Außerdem bleiben weitere 1800 Euro steuerfrei. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass spätere Renten in vollem Umfang steuerpflichtig sind. Neben den steuerlichen Anreizen bietet dieser Weg der Berufsunfähigkeitsversicherung oft weitere Vorteile. So sind die abgeschlossenen Gruppenverträge in der Regel günstiger. Die Rente kann als dynamische Rente gewählt werden, sodass die Rentenhöhe an die Inflation angepasst wird und die Gesundheitsprüfungen gelten als weniger problematisch im Vergleich zu Einzelverträgen. Allerdings ist die Gruppenversicherung für Menschen mit vielen Vorerkrankungen keine Option, denn sie brauchen maßgeschneiderten Individualschutz.

Auch Unfallversicherungen werden als Gruppenverträge angeboten. Sie werden steuerlich allerdings nicht so gefördert wie die Direktversicherungen. Die Nachlässe bei Gruppenverträgen sind nach einer Untersuchung der Zeitschrift „Optimal“ mit bis zu 50 Prozent spektakulär. Allerdings ist der Nutzen von Unfallversicherungen auch fraglich, denn sie helfen tatsächlich nur, wenn ein Unfall passiert. Statistisch ist das sehr selten der Fall. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung umfasst das Risiko der Erwerbsunfähigkeit auch bei einem Unfall und ist damit der weitergehende Schutz.

Private Krankenzusatzversicherungen werden zunehmend ebenfalls über Unternehmen angeboten. Der Vorteil für die Arbeitnehmer liegt darin, dass die Verträge oft bis zu 30 Prozent günstiger als vergleichbare Einzelpolicen sind. Außerdem werden die Gesundheitsprüfungen stark vereinfacht, so dass es seltener zu Ablehnungen kommt.

Finanzielle Anreize in Form von steuerlichen oder sozialversicherungsrechtlichen Vorteilen gibt es jedoch auch hier nicht. Grundsätzlich gilt beim Krankenzusatzschutz wie auch bei anderen Versicherungen über den Betrieb: Gruppenverträge mit einem hohen Rabatt sind nicht automatisch die günstigste Variante. Oft bieten vor allem Direktversicherer günstige Policen an, die auch als Einzelvertrag weniger kosten als Gruppenverträge mit entsprechendem Leistungsumfang.

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