Schwarzarbeit birgt große Risiken

So mancher Bauherr versucht, den einen oder anderen Euro zu sparen, indem er keine Handwerker, sondern illegal Beschäftigte mit Arbeiten beauftragt. Doch Schwarzarbeit lohnt sich nicht. Wenn sie auffliegt, kann sie den Bauherren empfindliche Bußgelder kosten, warnt der Bauherren-Schutzbund (BSB). Außerdem muss der Arbeitgeber sämtliche Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge für die illegal Beschäftigten nachzahlen.

Oft fällt es Bauherren aber schwer, die Grenze zwischen Nachbarschaftshilfe und Schwarzarbeit zu ziehen. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) geht davon aus, dass Schwarzarbeit dann beginnt, wenn die Hilfeleistung auf Gewinn ausgerichtet ist. Der Nachbar, der aus Gefälligkeit die Wasserleitungen anschließt oder beim Tapezieren hilft, ist also kein Schwarzarbeiter.

Anders sieht es jedoch aus, wenn ein Handwerker über einen längeren Zeitraum im oder am Haus arbeitet und dafür vom Bauherren entlohnt wird. Nach dem Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit ist es illegal, wenn Dienst- oder Werkleistungen in erheblichem Umfang gegen Entgelt geleistet werden und wenn Helfer die Arbeitsagentur, das Sozialamt oder die Krankenkasse nicht über die Nebeneinkünfte informieren. In solchen Fällen drohen Bauherren und schwarzarbeitenden Helfern Bußgelder bis zu 100.000 Euro.

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall berichtete über einen Fall, in dem ein Hausbesitzer bei den Maler- und Tapezierarbeiten sparen wollte. Mit den Arbeiten beauftragte er einen Moldawier, der sich illegal in Deutschland aufhielt. Doch der Schwarzarbeiter wurde entdeckt und von den Behörden abgeschoben. Die Kosten für Inhaftierung, Passbeschaffung und Transport, immerhin 3650 Euro, forderte die Behörde vom Hauseigentümer ein. Das Verwaltungsgericht Koblenz gab der Behörde Recht (AZ: 3 K 2111/04.KO). Selbst bei einer nur geringfügigen illegalen Beschäftigung könne diese die Kosten der Abschiebung vom Auftraggeber einfordern. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft und die Hauptzollämter kontrollieren immer stärker, ob illegal gearbeitet wird, auch auf privaten Baustellen. Bauherren sollten sich also genau überlegen, wen sie mit den Arbeiten beauftragen.

Der niedrige Preis darf dabei nicht das entscheidende Kriterium sein, so der Bauherren-Schutzbund. Denn die Freude über das eingesparte Geld kann schnell in Frust umschlagen. Wer Aufträge ohne Rechnung vergibt, handelt nicht nur gesetzwidrig, sondern verzichtet auch auf viele Bauherren-Rechte. Er kann zum Beispiel für nicht wunschgemäß erbrachte oder mangelhaft ausgeführte Leistungen sein Geld nicht zurückverlangen oder den Gesamtpreis reduzieren. Eine Qualitätsprüfung und vertragsgemäße Nachbesserungen finden bei Schwarzarbeiten nicht statt und ein Anspruch auf Gewährleistung besteht nicht.

Die Verbraucherschützer beobachten, dass gerade Handwerker, die ohne Rechnung arbeiten, stark unter Kostendruck stehen. Darunter leidet vor allem die Qualität. Um Kosten zu sparen, wird bei Materialien auf sogenannte Schnäppchenangebote zurückgegriffen. Da der Ausführende keine Gewährleistung übernimmt, sind ihm Haltbarkeit und Qualität oft gleichgültig.

Laut Gesetz zur Intensivierung der Bekämpfung der Schwarzarbeit sind private Auftraggeber verpflichtet, sich von Handwerkern und anderen Helfern im Haushalt eine Rechnung ausstellen zu lassen und diese zwei Jahre lang aufzubewahren. Diese Rechnungen können beim Finanzamt als haushaltsnahe Dienstleistungen steuermindernd geltend gemacht werden.

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