Postnatale Depression

Plötzlich ist alles anders als erwartet: Keine glücklich strahlende Frau, die das Neugeborene zärtlich herzt und gekonnt zum Stillen an die Brust legt. Stattdessen: Traurigkeit.

Frustration, Zweifel und Müdigkeit. Auch wenn der Partner nicht selbst erkrankt ist, ist er doch betroffen und leidet mit. Vielen Männern fällt es schwer, sich in die Lage der Frau hineinzuversetzen. Sie erkennen ihre Partnerin nicht wieder, sind verunsichert und überfordert. Die Reaktion: Ratlosigkeit, manchmal sogar Ärger.

Was können Väter und andere Angehörige tun, um die Frau jetzt optimal zu unterstützen? In jedem Fall ist es wichtig, die junge Mutter nicht zu verurteilen! Auch Druck auszuüben, bringt gar nichts. Deshalb sollten Angehörige und Freunde (gut gemeinte) Tipps wie „Das wird schon wieder“ oder gar Ratschläge wie „Reiß’ dich doch zusammen“ vermeiden.

Das ist eine Verharmlosung der Situation, die dazu führt, dass sich die Frau noch elender fühlt. Auch versteckte Vorwürfe wie „Du musst doch glücklich sein mit deinem süßen Baby“ verletzen. Denn unterschwellig signalisieren sie: „Du selbst bist schuld an deinem Unglück.“

Depression ernst nehmen

Wichtig ist jetzt, dass Partner, Freunde und Verwandte anerkennen, dass postpartale Depressionen keine Laune sind, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung. Deshalb lautet der Rat der Experten: Seien Sie geduldig. Bieten Sie Ihre Hilfe an, wo es nur geht, entlasten Sie die frischgebackene Mutter bei der Versorgung des Babys, holen Sie Unterstützung ins Haus, wenn Sie nicht da sein können.

Angehörige sollten die Frau auch darin bestärken, jetzt das zu tun, was ihr gut tut. Ein Beispiel: Für die eine Frau kann es eine große Erleichterung sein, abzustillen, für die andere wäre es genau das Falsche.

Das Umfeld sollte die Entscheidung der Frau in jedem Falle positiv begleiten. Wichtig: Machen Sie sich über postpartale Depressionen kundig. Und haben Sie den Mut, der jungen Mutter nahezulegen, professionelle Hilfe (medizinisch und/oder. psychotherapeutisch) anzunehmen.

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