Patchwork-Familie: Was für die Kinder wichtig ist

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(Foto: Edward Simpson/flickr.com)

Familien wandeln sich. Inzwischen leben Kinder und Eltern in den unterschiedlichsten Familienformen. Was ist für Kinder dabei entscheidend?

Das ist das moderne Familien-Puzzle: Mutter und Vater wohnen ehelich oder unehelich mit ihren Kindern zusammen, die Kinder werden nur von einem Elternteil erzogen und sehen den anderen Elternteil mehr oder weniger regelmäßig oder sie leben mit einem ihrer Elternteile in einer so genannten Patchwork-Familie bzw. Stieffamilie.

Das Erleben elterlicher Beziehungen spielt für Kinder eine wichtige Rolle. Die Kinder beobachten zum Beispiel, wie zärtlich, respektvoll, ungezwungen die Eltern bzw. Erwachsenen miteinander umgehen. Die Erwachsenen ihrerseits sollten sich fragen, wie es mit ihren Bedürfnissen nach Zuwendung, Anerkennung, Kuscheln und Sexualität in ihrer Partnerschaft steht, die sich ja an einen Partner oder eine Partnerin richten und nicht an die eigenen Kinder. Hier ist es wichtig, dass Alleinerziehende darauf achten, dass das Kind nicht die Rolle eines Ersatzpartners einnimmt.

Erziehung in Patchworkfamilien

Eine zentrale Frage in vielen Teil- und Stieffamilien ist auch, wie Eltern mit neuen Partnern den Fragen und Bedürfnissen ihrer Kinder begegnen. Kommen sie mit der manchmal recht lang anhaltenden und fortdauernden Distanz den „Neuen“ gegenüber zurecht? In neu zusammengesetzten Familien ist es auf jeden Fall wichtig, dass Nähe und Zärtlichkeit oder Körperkontakte langsam und vorsichtig aufgebaut werden, denn auch kleine Kinder können schon sehr klar zwischen vertrauten und weniger vertrauten Bezugspersonen unterscheiden.

Haben Eltern kaum oder wenig Kontakt zu anderen Erwachsenen, so kann es den Kindern aufgrund eingeschränkter Erfahrungsmöglichkeiten manchmal schwerfallen, ihre eigene Geschlechterrollen unbeschwert zu entwickeln. Das gilt auch dann, wenn sie von ihren Eltern zu Ersatzpartnern gemacht werden oder kaum vertraute Erwachsene kennen, die ein anderes Geschlecht haben als ihre Elternteil.

Sehr problematisch ist es, wenn der abwesende Elternteil fortwährend schlechtgemacht wird. Denn für Kinder und ihr wachsendes Selbstbewusstsein ist sehr wichtig, dass der jeweils andere Elternteil, der ja sozusagen in ihnen steckt, anerkannt und gewürdigt wird. Mütter oder Väter tun ihrem Kind einen großen Gefallen, wenn sie die Beziehung zu ihrem „Ex“-Partner oder ihrer „Ex“-Partnerin – wie auch immer sie war – nicht verleugnen oder ablehnen

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