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Liebstöckel – würziges Maggikraut

Als eine der ersten Kräuterstauden bricht der Liebstöckel im Frühjahr aus dem Boden und erreicht in kurzer Zeit eine beachtliche Größe. Zerreibt man ein Blatt in der Hand, duftet es intensiv nach Maggi, was der Pflanze im Volksmund auch den Namen Maggikraut gegeben hat.

Liebstöckel gehört zu den winterharten Kräuterstauden und erreicht eine Höhe von über zwei Metern. Man kann dieses Kraut jetzt als Jungpflanze im Fachhandel kaufen oder direkt aussäen. Im Garten bekommt der Liebstöckel einen Platz in feuchtem, tiefgründigem und nährstoffreichem Boden. Er verträgt auch gut Halbschatten und kann deshalb einen Randplatz erhalten.

Da sich die Pflanze in ihrer vollen Entwicklung sehr stark ausbreitet, sollte ein Platzbedarf von einem Quadratmeter berücksichtigt werden. Liebstöckel ist ähnlich wie Wermut ein Einzelgänger; Nachbarschaftspflanzen kümmern eher, als dass sie sich neben dem Liebstöckel wohlfühlen.

Aus dem weit verzweigten Wurzelstock wachsen im Frühling hohle geriffelte Stängel mit dunkelgrünen, zwei- bis dreifach gefiederten Blättern.

Im Sommer bis zum Frühherbst erscheinen die Blütendolden mit blassgelben Blüten. Lässt man die Pflanze blühen, verwelkt sie vorzeitig und verschwindet für diese Vegetationsperiode.

Legt man keinen Wert auf den Samen, so schneidet man alle sich entwickelnden Blütentriebe aus. Die Pflanze verträgt auch einen kräftigen Rückschnitt im Sommer und erfreut dann mit einem Wuchs bis zu den ersten Frösten im Oktober.

Geerntet werden die Blätter und Stängel sowie bei älteren Pflanzen auch die Wurzeln. Eine Liebstöckelpflanze reicht problemlos für mehrere Haushalte aus.

Ihre starke Würzkraft lässt eine Verwendung nur in geringen Mengen zu, ansonsten schmecken die zubereiteten Speisen zu stark nach Maggi.

Die zarten jungen Blätter lassen sich in der Küche zu Salaten, Kräuterquarks, Suppen, Eintöpfen, Ragouts und Fisch verwenden.

Besonders empfehlenswert ist eine Hühnersuppe, der bei mehrstündiger Kochzeit neben Liebstöckelblättern und -stängeln eine Flasche Apfelwein und ein Schinkenknochen zugefügt werden.

Für den Winterbedarf schneidet man im Frühsommer frische Blätter und trocknet sie.

Eine würzige Kräutermischung ist leicht selbst herzustellen. Die frühzeitig aus dem Boden stoßenden Triebe und frische Sellerieblätter zerstößt man mit grobem Salz. Dieses spezielle Kräutersalz lässt sich unproblematisch lange lagern. Will man das frische Grün konservieren, bietet sich vor allem das Einfrieren klein gehackter Triebe mit wenig Wasser zu Eiswürfeln an; hierbei bleibt das Aroma sehr gut erhalten.

Werden Stängel mit Blättern getrocknet, ist es ratsam, die Stängel durchzuschneiden und sie im geöffneten Backofen bei 50 Grad Celsius zu trocknen.

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