Körperliche Entwicklung im 1. Lebensjahr – Das muss Ihr Baby können

Eine Norm für die Entwicklung eines Kindes gibt es nicht, denn je nach Erbanlagen, Ernährung, Umweltreizen und Krankheiten entwickelt sich jedes Kind unterschiedlich schnell.

Im folgenden sind Merkmale und Fertigkeiten einzelner Entwicklungsstufen aufgezeigt; sie sind jedoch kein Muss, denn manche Babys entwickeln sich sehr schnell, andere sind Spätzünder.

Wichtig für eine gesunde Entwicklung sind Ruhe und Zeit. Auf keinen Fall darf ein Baby zu bestimmten Leistungen getrimmt werden. Nur wenn mehrere Symptome auffällig sind, kann eine Entwicklungsstörung vorliegen. Der Arzt sollte eine genaue Untersuchung durchführen.

Neugeborenes:

Die Händchen sind zu einer Faust geschlossen. Der Kopf wird in Bauchlage zur Seite gedreht. Auf grelles Licht oder lauten Knall reagiert das Baby mit Schreck. Es Öffnet den Mund, bewegt die Arme und spreizt die Finger.

Ende des 1. Monats:

Das Baby kann den Kopf in Bauchlage mindestens 3 Sekunden heben. Es folgt einem Spielzeug mit den Augen. Wenn es eine Glocke hört, versucht es herauszufinden. woher der Klang kommt.

Ende des 2. Monats:

Das Baby hebt den Kopf in Bauchlage um etwa 45 Grad an und kann ihn 10 Sekunden halten. Es beginnt zu lallen.

Ende des 3. Monats:

Das Baby kann in Bauchlage den Kopf eine Minute oben halten, in Sitzhaltung gelingt ihm das eine halbe Minute. Außerdem lächelt es, manche Kinder lachen in diesem Alter schon richtig. Falls das Baby die Faust noch dauernd fest geschlossen hat, den Kinderarzt fragen. Ein einfacher Hörtest läßt sich mit Seidenpapier machen: abwechselnd rechts und links am Kopf in etwa 30 cm Entfernung rascheln, ohne dass das Kind es sieht. Ein neugieriges Baby, das gut hört, versucht durch Kopfdrehen herauszufinden, was raschelt.

Ende des 4. Monats:

Das Baby stützt sich in der Bauchlage auf die Unterarme, auf dem Rücken liegend hält es ein Spielzeug fest und betrachtet es. Viele Babys können das Spielzeug auch schon drehen und wen- den. Das Baby lacht laut und freut sich über die Zuwendung der Eltern. Den Kinderarzt fragen, wenn das Kind öfters für einige Zeit in einer bestimmten Körperhaltung verharrt (wie ein Fechter) oder wenn es den Kopf sitzend noch nicht mindestens 1 Minute aufrecht halten kann.

Ende des 5. Monats:

Die Kopfhaltung wird sicherer beim Sitzen. Die Beinchen tragen das Gewicht des Babys. Es stemmt sich mit den Zehen gegen die Unterlage. Beohachtungen mit den Augen werden mit den Händen koordiniert: Das Baby greift nach einem Spielzeug, das ihm hingehalten wird. Auf Ansprache reagiert es.

Ende des 6. Monats:

In Bauchlage stützt sich das Kind mit gestreckten Armen ab, der Kopf kann im Sitzen völlig sicher gehalten werden. Das Baby greift von selbst nach Spielzeug in Reichweite. Es reagiert deutlich auf
Zurufe, und beim Plappern werden Silben gebil- det: dada, blabla, lala. Versteckspielen funktioniert allmählich: Das Baby versucht, die Mutter mit den Augen zu finden, wenn diese z. B. hinter dem Vorhang versteckt Hallo sagt.

Ende des 7. Monats:

Die meisten Kinder können sich selbst vom Rücken auf den Bauch drehen, sie spielen mit den Füßen. Das Baby versucht, nach interessanten Gegenständen zu greifen, auch wenn sie außer Reichweite sind. Es schreit oder plappert laut, wenn es beachtet werden will, und folgt interes— siert einem Gespräch mit ihm.

Ende des 8. Monats:

Das Baby kann fremde von bekannten Gesichtern unterscheiden, es beginnt zu fremdeln.

Ende des 9. Monats:

Das Kind beginnt zu robben. Es versucht, sich mit Hilfe der Arme vorwärts und rückwärts zu bewegen. Viele Babys können eine Minute lang frei sitzen mit aufrecht gehaltenem Kopf. Werden sie gehalten, können sie eine halbe Minute lang stehen. Das Baby greift nach Spielzeug, das vor seinen Augen in einen Behälter gelegt wird. Es kann Spielzeug von der einen in die andere Hand wechseln und beherrscht den Scherengriff, d. h. es kann mit Daumen und Zeigefinger Gegen- stände aufheben.

Ende des 10. Monats:

Das Kind kann sich aus der Bauchlage selbständig aufsetzen, aus der Rückenlage versucht es sich aufzusetzen durch Festhalten am Bettgitter. Wenn es hingestellt wird, kann es sich etwa eine halbe Minute an Möbeln festhalten. Durch Festhalten an den Händen der Mutter kann es sich vorn Sit- zen zum Stehen hochziehen. Es klopft bereits Spielzeug gegeneinander oder wirft es fort. Außerdem versteht es schon viele Wörter und kennt ja und nein.

Ende des 11. Monats:

Das Baby krabbelt. Es zieht sich selbständig an Möbeln hoch und versucht die ersten unsicheren Schritte, wenn es an beiden Händen geführt wird. Das Baby plappert fast pausenlos vor sich hin und findet Spielzeug, das vor seinen Augen versteckt wurde. Das Kind ahmt das Gehörte nach.

Ende des 12. Monats:

Das Baby kann zwischen Zeigefinger und Daumen auch kleinere Gegenstände aufheben.

Hier ist Platz für Ihren Tipp