Im Urlaub richtig erholen

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Mal ausspannen – aber richtig (Foto: beltzner/flickr.com)

Ausgelaugt und erschöpft geht jeder Zweite in den Urlaub laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Ebenso viele sind auch im Urlaub für die Arbeit erreichbar. Wie erholt man sich richtig?

Eine Langzeituntersuchung in Framingham (USA) ergab, dass Männer, die jedes Jahr verreisten, ein um fast 30 Prozent niedrigeres Risiko einer Herzkrankheit hatten. Um zu wirken, müssen die Ferien lang genug sein. Puls und Atemfrequenz nehmen langsam ab, Stresshormone werden abgebaut. Das dauert in der Regel eine Woche, danach beginnt die Erholung. Förderlich ist Bewegung. Auch Aktivitäten, die Erfolgserlebnisse bieten, wie Sport oder Sprachkurse, wirken entspannend.

Doch Familien-Streit und vollgepackte Terminlisten mit Kulturerlebnissen sind Gift für den Urlauber. Von „Stendhal-Syndrom“ spricht man, wenn Urlauber auf Reizüberflutung mit Panikattacken oder Erschöpfung reagieren.

Fast jeder Zweite ist immer erreichbar im Urlaub, so das Stellenportal Stepstone. 39 Prozent beantworten in den Ferien Mails oder verfolgen den Stand von Projekten. Arbeitsrechtlich ist niemand verpflichtet, am Urlaubsort das Handy angeschaltet zu lassen oder dienstliche E-Mails zu lesen.  Doch schon eine negative Nachricht vom Job kann reichen, um den Stresspegel zu erhöhen, und die Erholung ist dahin.

Arbeit ist nicht immer etwas Negatives

Doch nicht immer ist Stress etwas Negatives. Biologisch gesehen ist es so: Ein hoher Pegel an Stresshormonen ermöglicht es, hohe Anforderungen zu bewältigen. Wer seinen Traumjob gefunden hat und mit Leidenschaft seiner Arbeit nachgeht, der ist auch im Urlaub kreativ. Für denjenigen wäre Langeweile weniger zuträglich.

Negativer Stress entsteht vor allem, wenn die Aufgaben nicht zu bewältigen sind oder wenn es keine Pausen gibt. Ein gesundheitliches Problem tritt dann auf, wenn man nicht abschalten kann, sagen Arbeitspsychologen. Dann entstehen Krankheitssymptome wie Verdauungsprobleme, Anfälligkeit für Infektionen und Bluthochdruck bis zum Herzinfarkt.

Ist die Erschöpfung zu stark, beginnen die Ferien oft mit einer Infektionserkrankung. Ärzte sprechen von „leisure sickness“ – Freizeit-Krankheit.

Wichtiger als der Urlaub seien Momente der Entspannung im Alltag, raten Experten – etwa Rituale nach der Arbeit. Wie zum Beispiel ein Spaziergang.

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