Frühjahrsmüdigkeit – gibt es sie wirklich?

Was ist nur los? Die letzten Schneereste sind längst weggetaut, an den Bäumen zeigt sich zarter grüner Flaum und endlich kann man sich wieder ohne dicken Wollschal und Handschuhe vor die Haustür wagen. Wenn nur diese bleierne Müdigkeit nicht wäre, die jeden Tatendrang im Keim erstickt. Alles nur Einbildung oder handelt es sich um die viel zitierte Frühjahrsmüdigkeit?

Studien ergaben, dass in unseren Breiten mit den starken jahreszeitlichen Temperaturschwankungen dieses Phänomen tatsächlich 50 Prozent der Bevölkerung spürbar trifft. Als Verantwortliche wurden die beiden Hormone Serotonin und Melatonin ausfindig gemacht. Während die zunehmenden Lichtreize im Frühjahr die Produktion des stimmungsaufhellenden Hormons Serotonin aktivieren, ist das für den reduzierten Stoffwechsel im Winter und für den Schlaf zuständige Hormon Melatonin noch reichlich aktiv. Die Wechselwirkung dieser beiden Stoffe macht den Körper müde. Verstärkend kommt hinzu, dass sich viele Menschen im Winter über aus fettreich ernähren und zu wenig frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen. Damit fehlen dem Körper wert volle Vitamine und Mineralstoffe, um die Balance wieder herzustellen.

Die gute Nachricht: Mit einer entsprechend vitamin- und mineralstoffreichen Ernährung können Sie Ihren Körper bei der Umstellung auf den Frühling unterstützen und die Müdigkeit überwinden. Zu den vitamin- und mineralstoffreichsten Nahrungsmitteln, die man jetzt finden kann, gehören die Wildkräuter. Anders als ihre unter Gewächshaus Bedingungen ,kultivierten“ Ver- wandten besitzen sie höhere Konzentrationen an wert vollen Inhaltsstoffen. Vorausgesetzt, sie wurden an einer unbelasteten Stelle gesammelt. Achten Sie bei der Ernte von Löwenzahn, Sauerampfer oder Brunnenkresse darauf, dass der Platz fern von Straßen liegt und nicht stark gedüngt ist. Gut vorbereitete Sammler haben Plastikbeutel dabei, in die sie die gesammelten Blätter legen. Aufpusten und zudrehen, schon hat man eine eigene Frischebox geschaffen.

Lange Lagerung steht der Vitaminausbeute entgegen, deshalb sollte man seine gesammelten Schätze so schnell wie möglich zu Tisch bringen. Nach gründlichem Waschen und Trockenschleudern richtet man die Blätter zu sammeln mit den anderen Salatzutaten an. Blüten werden sorgfältig verlesen und nach Bedarf abgezupft. Um den schönen Anblick nicht zu zerstören, empfiehlt es sich, das Dressing zum Beträufeln in einem Extra-Kännchen zu servieren. Sollten Sie allerdings gerade zu müde sein, um sich auf die Suche nach frischen Kräutern zu machen: Auch auf Wochenmärkten werden inzwischen Wildkräuter-Mischungen angeboten.

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