Baumschnitt – So geht´s

Selbst wenn Sie nur einen Obstbaum im Garten haben – um das Thema des Baumschnitts kommen Sie nicht herum. Doch keine Angst, es geht kein Baum ein,wenn er nicht ganz korrekt geschnitten wird, und Sie bringen auch nicht gleich die Ernte in Gefahr! Es ist gar nicht so schwer, wenn Sie ein paar einfache Grundregeln beachten.

Sie können die meisten Gehölze im Sommer und im Winter schneiden. Es sollte jedoch kein starker Frost herrschen, da sonst die Triebe leicht brechen.

Optimal ist meist das Ende des Winters, denn dann können die Gehölze die Wunden schnell wieder schließen. Außerdem hat man im laubfreien Zustand des Baums den besseren Überblick.

Im Sommer schneidet man Bäume, die stark wachsen und nur wenig Früchte tragen. Kirschbäume und Walnussbäume bitte nur im Sommer schneiden, sonst bluten die Wunden zu stark aus und heilen schlecht.

Baumschnitt: Schere oder Säge?

Die glattesten Baumwunden erzielen Sie mit einer gut geschärften Baumschere. Die schafft allerdings nur Triebe bis etwa Daumendicke. Eine Astschere durchtrennt zwar bis 4 cm starke Aste, ist aber wegen der langen Hebel auf der Leiter oder in der Baumkrone nur eingeschränkt einsetzbar. Besser, Sie setzen hier die Säge an. Zum Beispiel eine verstellbare Bügelsäge, die auch in engen Astgabeln exakte Schnitte abliefert. Die Alternative ist die etwas unflexiblere, dafür viel leichtere und äußerst scharfe Japansäge mit feststehendem Sägeschwert.

Warum überhaupt schneiden?

In der Natur gibt es schließlich auch keinen Schnitt! Doch es gibt mehrere Gründe:

° Der Schnitt bringt Licht in die Krone. Damit bekommen die Früchte viel Sonne und können so ihr volles Aroma bilden.

° In einer luftigen Krone fällt das Laub schneller ab. Pilzkrankheiten wie Schorf oder Fruchtfäule treten weniger stark auf.

° Beim Schnitt entfernen Sie abgetragenes Fruchtholz. So regen Sie den Aufbau von neuem, qualitativ gutem Fruchtholz an.

° Sie verhindern mit dem Schnitt, dass Ihre Bäume zu hoch werden. Das erleichtert Pflege und Ernte.

° Richtig geschnittene Bäume sind stabiler und vitalen Äste brechen bei Stürmen weniger schnell ab.

So schneidet man Obstbäume

So versorgen Sie Schnittwunden fachgerecht

Gehölze können kleinere Wunden gut selbst verschließen. Bei Schnittwunden, die größer sind als ca. 3 cm im Durchmesser, sollten Sie jedoch nachhelfen.Verstreichen Sie die Wunde sofort nach dem Schnitt  Wundverschlussmittel bis etwa 1 – 2 cm über den Wundrand hinaus. Der entstehende Film verhindert, dass sich Sporen holzzerstörender Pilze ansiedeln.

Nicht sinnvoll ist der Wundverschluss dagegen bei feuchten oder gar blutenden Wunden, was zum Beispiel bei Walnuss oder Wein bereits in Winter der Fall sein kann. Dann bleiben die Wunden besser offen, denn unter der wasserdichten Schicht Baumwachs kommt es dann besonders leicht zu Fäulnis.

Wichtig ist es jedoch, dass offene Schnittflächen möglich so stark geneigt sind, dass Regenwasser möglichst schnell ablaufen kann.

Wissenswertes: Baum fällen auf dem eigenen Grundstück 

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