Kaum eine Sommerblume wirkt so leicht und zugleich so auffällig wie Mohn. Wenn sich im Frühsommer die papierdünnen Blüten öffnen, entstehen auf Wiesen, an Feldrändern und in Gärten leuchtende Farbakzente. Am bekanntesten ist der Klatschmohn, doch die Familie der Mohngewächse ist deutlich vielfältiger: Sie reicht von niedrigen Arten für Steingärten bis zu hohen Stauden, die im Beet eindrucksvolle Blickpunkte setzen.
Der Klatschmohn zählt zu den vertrautesten Sommerblumen. Seine roten Blüten sind Sinnbild ländlicher Wiesen und Felder und wurden schon von Künstlern wie Claude Monet in Szene gesetzt. Doch neben Papaver rhoeas gibt es zahlreiche weitere Arten, die auch im Garten gut zur Geltung kommen.
Klatschmohn und seine Verwandten
Der Türkische Mohn ist eine ausdauernde Staude mit großen, oft leuchtend orangefarbenen, roten, roséfarbenen oder weißen Blüten. Seine hauchfeinen Blütenblätter erscheinen im Gegenlicht fast durchscheinend. Der Kalifornische Mohn, auch Goldmohn genannt, bringt kräftige Orange- und Gelbtöne ins Beet und blüht besonders lange. Der Blaue Scheinmohn stammt aus dem Himalaya und fällt mit türkisblauen Blüten auf – stellt aber andere Ansprüche an Standort und Pflege als die meisten übrigen Mohnarten.
Auch Zwergmohn eignet sich für Gärten, vor allem zwischen Stauden oder in kleineren Beeten. Sorten wie „Ladybird“ bleiben mit etwa 50 Zentimetern vergleichsweise niedrig und setzen mit roten Blüten und dunklen Flecken markante Akzente.
Blüten, die nur kurz bleiben
Mohnblumen wirken besonders reizvoll, weil ihre Blüte so flüchtig ist. Die Knospen umschließen die Blütenblätter zunächst fest. Beim Öffnen schälen sich die noch zerknitterten, pergamentartigen Blätter heraus und entfalten sich an schmalen Stielen. Viele Sorten blühen zwischen Juni und August.
Nach der Blüte bilden sich Samenkapseln. Sie platzen später auf und geben die Samen frei. Dadurch kann sich Mohn an passenden Standorten selbst aussäen. Gerade diese natürliche Ausbreitung trägt zu seinem wilden, ungezwungenen Charakter bei.
Standort: Sonne für fast alle Arten
Die meisten Mohnarten bevorzugen einen sonnigen Standort. Der Boden sollte locker, durchlässig, mäßig trocken und eher nährstoffreich sein. Viele Arten kommen gut mit kalkhaltigen, lehmigen Böden zurecht, solange keine Staunässe entsteht.
Eine Ausnahme bildet der Blaue Scheinmohn. Er braucht eher feuchte, kühle Bedingungen und gedeiht besser im Halbschatten. In nassen, kühlen Sommern kommt er meist besser zurecht als in heißen, trockenen Lagen.
Aussaat statt Umpflanzen
Mohn besitzt häufig Pfahlwurzeln. Deshalb verträgt er das Umpflanzen nur schlecht. Am besten wird er direkt an Ort und Stelle ausgesät. Die Samen werden flach in kleine Rillen gestreut und nur dünn mit feiner Erde bedeckt.
Eine gestaffelte Aussaat kann die Blütezeit verlängern. Möglich ist etwa eine erste Aussaat im März, eine weitere im April und eine spätere Aussaat im September. Pflanzen, die sich selbst ausgesät haben, blühen oft besonders früh.
Nach dem Auflaufen müssen die Jungpflanzen ausgedünnt werden. Viele Arten brauchen etwa 20 Zentimeter Abstand, größere Sorten deutlich mehr. Bei kräftigen Stauden wie Türkischem Mohn können 50 bis 60 Zentimeter sinnvoll sein.
Mohn im Beet und auf größeren Flächen
Mohn passt gut in naturnahe Gärten. Auf größeren Flächen wirkt er besonders eindrucksvoll, wenn er wiesenartig ausgesät wird. Dort entfaltet er seinen rustikalen Charakter und verbindet sich mit Gräsern und anderen Sommerblumen.
Im Beet eignet er sich als lockerer Begleiter zu Stauden. Besonders schön wirkt Mohn neben Pflanzen, die seine kurze Blütezeit auffangen und später Struktur bieten. Denn viele Mohnarten ziehen sich nach der Blüte zurück oder wirken weniger präsent.
Hohe Arten setzen Glanzpunkte in Rabatten, niedrigere Sorten passen in Steingärten, an Beetkanten oder zwischen locker wachsende Stauden. Entscheidend ist, dass der Standort nicht zu schattig und der Boden nicht zu schwer ist.
Vorsicht bei Schlafmohn
Der Schlafmohn ist botanisch und optisch interessant, fällt aber rechtlich aus dem Rahmen. Papaver somniferum bildet große Samenkapseln, aus denen Opium gewonnen werden kann. Deshalb ist der Anbau in Deutschland genehmigungspflichtig. Auch dekorative Sorten dürfen nicht einfach ohne Erlaubnis kultiviert werden.
Zarte Pflanze, starker Auftritt
Mohn bringt Leichtigkeit und Farbe in den Garten. Seine Blüten wirken fragil, doch die Pflanzen sind an passenden Standorten erstaunlich unkompliziert. Wer Sonne, durchlässigen Boden und ausreichend Platz bietet, kann mit Mohn eindrucksvolle Frühsommerbilder schaffen.
Gerade die Mischung aus Wildheit, kurzer Blüte und intensiver Farbe macht seinen Reiz aus. Mohn bleibt nie lange gleich – und genau darin liegt seine Schönheit.
