Im September wird es auf den Apfelbäumen langsam eng. Die Früchte hängen schwer an den Ästen, manche sind bereits rot gefärbt, andere noch grün oder gelb. Wer einen Apfelgarten hat, steht nun vor einer angenehmen Aufgabe: Es muss geerntet werden.
Denn Äpfel werden nicht alle zur gleichen Zeit reif. Frühe Sorten können bereits im August geerntet werden, viele typische Herbstsorten sind im September an der Reihe. Späte Sorten dagegen bleiben noch länger am Baum und können teilweise erst im Oktober oder sogar November gepflückt werden. Der richtige Zeitpunkt hängt deshalb von der Sorte und vom Wetter ab – und davon, ob die Äpfel sofort gegessen oder eingelagert werden sollen.
Damit Geschmack, Vitamingehalt und Lagerfähigkeit des fruchtigen Segens voll erhalten bleiben, sollten drei Dinge stimmen: Zeitpunkt, Methode und Lagerung der Ernte. So sind die Früchte erst pflückreif, wenn sich beim Drehen oder Kippen der Fruchtstiel vom Ast löst. Aber dann können Sie loslegen! Dabei stets das Obst mit der ganzen Hand um schließen, um Druckstellen zu vermeiden. Ideal zum Einlagern ist ein kühler, dunkler, möglichst luftfeuchter Raum. Am besten verwahren Sie die Äpfel in Steigen mit Holzwolle oder Papier, so dass sie sich nicht berühren.
Woran erkennt man reife Äpfel?
Ein einfacher Test hilft bei der Ernte: Einen Apfel leicht anheben und vorsichtig drehen. Lässt er sich ohne großen Widerstand vom Zweig lösen, ist er meist pflückreif. Wer dagegen kräftig ziehen muss, sollte ihn besser noch hängen lassen. Auch die Kerne können einen Hinweis geben: Bei reifen Äpfeln verfärben sie sich von hell nach braun.
Die typische Farbe allein ist dagegen kein zuverlässiges Kriterium. Je nach Sorte können reife Äpfel grün, gelb, rot oder mehrfarbig sein. Manche entwickeln ihre endgültige Färbung sogar erst nach der Ernte. Auch der Geschmack verändert sich: Ein Apfel kann bereits pflückreif sein, obwohl er noch nicht die volle Süße entwickelt hat.
Das ist vor allem bei Lageräpfeln wichtig. Sie werden häufig etwas früher geerntet, weil sie während der Lagerung nachreifen. Ein Apfel, der direkt vom Baum noch etwas fest und säuerlich schmeckt, kann einige Wochen später deutlich aromatischer sein.
Nicht alle Äpfel gehören in den Obstkorb
Bei der Ernte lohnt sich ein genauer Blick auf die Früchte. Äpfel mit Druckstellen, Rissen oder beschädigten Stellen sollten nicht gemeinsam mit makellosen Früchten eingelagert werden. Beschädigte Äpfel verderben schneller und können dabei auch andere Früchte in ihrer Umgebung beeinträchtigen.
Für den Vorrat eignen sich deshalb vor allem gesunde, unbeschädigte Äpfel. Sie sollten möglichst vorsichtig gepflückt und nicht einfach in einen Eimer geworfen werden. Schon kleine Druckstellen können später braune Stellen verursachen. Wer die Äpfel lagern möchte, behandelt sie deshalb eher wie empfindliches Obst als wie Fallobst.
Fallobst wiederum muss nicht zwangsläufig in den Abfall. Es eignet sich, sofern es noch genießbar ist, für Apfelmus, Kompott oder Kuchen. Äpfel mit deutlichen Faulstellen gehören dagegen nicht mehr auf den Teller.
So lagern Sie Äpfel aus dem eigenen Garten richtig
Äpfel lieben es kühl und leicht feucht. Jede Sorte hat etwas abweichende Anforderungen, generell sind zwischen 4 und 6 Grad und eine Luftfeuchtigkeit um 90 Prozent für die Lagerung passend.
Die kühle Lagerung der Äpfel ist insbesondere zu fortgeschrittener Zeit im Frühjahr und Sommer wichtig. Dann reifen die Äpfel lagerungsbedingt schneller nach und die Temperaturen für eine Lagerung ohne Kühlung sind oftmals hoch.
Schützen Sie außerdem die Äpfel vor direkter Sonneneinstrahlung, da diese sie erwärmt und den Reifungsprozess vorantreibt. Bei gemäßigten winterlichen Temperaturen ist auch eine Lagerung draußen oder im Keller für Äpfel gut geeignet. Achten Sie jedoch darauf, dass dabei die Temperaturen 0 bis 2 Grad nicht dauerhaft unterschritten werden.
Der Apfelbaum braucht danach eine Pause
Mit dem letzten Apfel ist die Gartenarbeit allerdings noch nicht ganz beendet. Fallendes Laub sollte beobachtet und krankes oder stark befallenes Pflanzenmaterial entfernt werden. Ein radikaler Rückschnitt direkt nach der Ernte ist bei vielen Apfelbäumen dagegen nicht notwendig. Der eigentliche Schnitt erfolgt in der Regel zu einem anderen Zeitpunkt und hängt von Alter, Wuchsform und Sorte des Baumes ab.
