Auch wenn Ende August und Anfang September die Tage bereits kürzer werden und die Zahl der Sonnenstunden abnimmt, muss die Gartensaison noch lange nicht vorbei sein. Einige Gemüsearten wachsen erstaunlich schnell und können noch vor dem ersten Frost geerntet werden.
Dazu gehören beispielsweise Salatrauke, Radieschen und Schnittsalat. Wer jetzt gezielt nachsät, kann sich bis weit in den Herbst hinein über frisches Grün aus dem eigenen Garten freuen.
Radieschen knackig und mild halten
Radieschen gehören zu den unkomplizierten Gemüsesorten für eine späte Aussaat. Allerdings reagieren die kleinen Knollen empfindlich auf anhaltende Hitze und Trockenheit. Stehen die Pflanzen zu sonnig und bekommen zu wenig Wasser, werden die Radieschen zunehmend fest und entwickeln einen deutlich schärferen Geschmack.
Wer lieber milde und knackige Knollen ernten möchte, sollte deshalb auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit achten. Regelmäßiges Gießen ist vor allem dann wichtig, wenn es über mehrere Tage warm und trocken bleibt. Staunässe sollte allerdings vermieden werden. Eine lockere, humose Erde schafft zudem gute Bedingungen für eine gleichmäßige Entwicklung der Knollen.
Schnittsalat immer wieder ernten
Auch Schnittsalat eignet sich hervorragend für die späte Gartensaison. Er wird dicht in Reihen ausgesät und kann bereits nach relativ kurzer Zeit erstmals geerntet werden. Dabei kommt es auf den richtigen Schnitt an: Die Blätter sollten nicht zu tief abgeschnitten werden, damit das Herz der Pflanze erhalten bleibt und erneut austreiben kann.
So lässt sich derselbe Salat über einen längeren Zeitraum mehrmals ernten. Für eine kontinuierliche Versorgung lohnt es sich, nicht die gesamte Fläche auf einmal zu bepflanzen, sondern die Aussaat zeitlich etwas zu versetzen.
Nach der Aussaat benötigen die Pflanzen eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser. Gleichzeitig sollten sie nicht übermäßig verwöhnt werden. Ein zunächst etwas zurückhaltendes Gießen fördert die Entwicklung eines kräftigen Wurzelwerks. Sobald die Pflanzen größer werden, ist eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit jedoch wieder besonders wichtig.
Salatrauke wächst schnell
Salatrauke, etwa die Sorte ‚Runway‘, gehört ebenfalls zu den schnellen Kulturen für den Spätsommer. Die würzigen Blätter lassen sich bereits nach wenigen Wochen ernten und geben Salaten, Brot oder warmen Gerichten eine pikante Note.
Damit die Pflanzen möglichst lange frische Blätter liefern, kann die Ernte schrittweise erfolgen. Statt die gesamte Pflanze herauszuziehen, werden jeweils die äußeren Blätter abgeschnitten. Bei günstigen Bedingungen bildet die Rauke anschließend neue Blätter.
Jetzt an den Winter denken
Wer über den Herbst hinaus ernten möchte, sollte den Blick bereits auf die kalte Jahreszeit richten. Ende August und Anfang September ist ein guter Zeitpunkt, um Gemüse für die Überwinterung und die erste Ernte im Spätwinter auszusäen.
Spinat, Feldsalat und Löffelkraut gehören zu den geeigneten Kulturen. Sie können sich vor dem Winter noch ausreichend entwickeln und bei günstiger Witterung auch in der kalten Jahreszeit weiterwachsen. Besonders Feldsalat ist robust und eignet sich deshalb gut für die späte Aussaat.
Aussaat richtig vorbereiten
Vor einer neuen Aussaat sollte das Beet von abgeernteten Pflanzenresten und Unkraut befreit werden. Lockern Sie die obere Bodenschicht vorsichtig auf und entfernen Sie größere Steine oder harte Erdklumpen. Eine feinkrümelige Oberfläche erleichtert den kleinen Samen das Keimen.
Gerade bei schnell wachsenden Kulturen ist es wichtig, die Saat regelmäßig auf ausreichend Feuchtigkeit zu kontrollieren. Die oberste Erdschicht darf nach der Aussaat nicht vollständig austrocknen. Gleichzeitig sollte das Wasser gut ablaufen können.
Herbstgemüse clever kombinieren
Die freien Stellen im Gemüsebeet lassen sich jetzt besonders gut für eine Nachkultur nutzen. Wo beispielsweise frühe Salate, Erbsen oder andere Gemüsearten bereits abgeerntet wurden, kann direkt nachgesät werden. So bleibt der vorhandene Platz möglichst lange produktiv.
Bei der Auswahl lohnt es sich, unterschiedliche Erntezeiten miteinander zu kombinieren: Schnell wachsende Radieschen und Schnittsalat liefern bald die ersten Erträge, während Feldsalat oder Spinat länger im Beet bleiben können. Auf diese Weise lässt sich die Gartensaison verlängern, ohne dass zusätzliche Beetflächen benötigt werden.
Schutz vor den ersten kalten Nächten
Sinken die Temperaturen im Herbst, können empfindlichere Jungpflanzen mit einem Vlies geschützt werden. Das hält leichte Fröste ab und schafft unter der Abdeckung ein etwas günstigeres Kleinklima. Besonders bei späten Aussaaten kann ein solcher Schutz helfen, die Erntezeit zu verlängern.
Wer jetzt noch einmal aussät, sollte deshalb nicht nur den aktuellen Wetterverlauf, sondern auch die örtlichen Bedingungen im Garten berücksichtigen. Ein geschützter, sonniger Standort kann im Herbst einen deutlichen Unterschied machen.
