Himbeeren gehören zu den beliebtesten Beerensträuchern im Garten. Ihre Früchte schmecken aromatisch mild, enthalten Vitamin C und Calcium und lassen sich vielseitig verwenden: frisch vom Strauch, als Saft, Konfitüre, Gelee, Kuchenbelag oder in Desserts. Botanisch zählen Himbeeren zu den Rosengewächsen. Ursprünglich sind sie Waldbewohner, die sonnige, aber nicht zu trockene Standorte bevorzugen.
Im Garten gibt es neben den bekannten roten Sorten auch gelbe oder rosafarbene Früchte. Die Pflanzen gelten als anpassungsfähig, können sich aber stark ausbreiten. Wer Himbeeren pflanzt, sollte deshalb von Anfang an auf eine gute Führung der Ruten und eine regelmäßige Pflege achten.
Der richtige Standort
Himbeeren wachsen am besten in gemäßigtem bis kühlem Klima. Die Wurzeln entwickeln sich gut in tiefgründigen, humusreichen und eher leicht sauren Böden. Wichtig ist ein lockerer Untergrund, denn Staunässe vertragen die Pflanzen schlecht. Vor der Pflanzung sollte der Boden an einem sonnigen Standort tief gelockert und mit Kompost, Pflanzerde oder Rindenhumus verbessert werden.
Gepflanzt wird idealerweise im Herbst, ab Oktober. Auch eine Pflanzung bis März ist möglich, solange der Boden frostfrei ist. Der Pflanzabstand in der Reihe beträgt etwa 50 Zentimeter. Der Wurzelansatz beziehungsweise die Oberkante des Topfballens sollte nur leicht, etwa zwei Zentimeter, mit Erde bedeckt werden. Nach dem Setzen müssen die Pflanzen gut angegossen werden.
Hügelbeete bei schweren Böden
Auf lehmigen Böden oder an Standorten mit Staunässegefahr kann eine Kultur auf erhöhten Beeten sinnvoll sein. Dafür werden 20 bis 30 Zentimeter hohe und etwa ein bis 1,20 Meter breite Hügelbeete aus der oberen Bodenschicht mit Humuszusatz geformt. So stehen die Wurzeln luftiger und trocknen nach Regen schneller ab.
Diese Methode erleichtert auch die Pflege, weil die Pflanzen klarer begrenzt werden können. Das ist wichtig, da Himbeeren Ausläufer bilden und sich ohne Kontrolle schnell ausbreiten. Eine Wurzelsperre oder regelmäßiges Entfernen unerwünschter Triebe kann helfen, den Bestand in Form zu halten.
Sommer- und Herbsthimbeeren unterscheiden
Bei Himbeeren wird zwischen Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren unterschieden. Sommerhimbeeren tragen ihre Früchte meist von Ende Juni bis August. Herbsthimbeeren beginnen später, überschneiden sich je nach Sorte und Wetter teilweise mit den Sommerhimbeeren und können bis in den Oktober hinein geerntet werden.
Der Unterschied ist für den Schnitt entscheidend. Sommerhimbeeren tragen an zweijährigen Ruten. Diese Ruten werden nach der Ernte bodennah entfernt. Die jungen, diesjährigen Triebe bleiben stehen, denn sie bringen im folgenden Jahr die Früchte.
Herbsthimbeeren tragen dagegen an den Ruten, die im selben Jahr gewachsen sind. Nach dem Laubfall, häufig im Spätherbst oder Winter, können alle Ruten bodennah zurückgeschnitten werden. Im Frühjahr treiben neue fruchttragende Ruten aus.
Richtig schneiden und auslichten
Regelmäßiger Schnitt hält Himbeeren gesund und ertragreich. Abgetragene Ruten sollten direkt nach der Ernte bodennah abgeschnitten und entfernt werden. Das verbessert die Durchlüftung und kann Krankheiten vorbeugen. Im Herbst wird der Bestand ausgelichtet. Pro Pflanze bleiben nur einige kräftige, vitale Ruten stehen, meist drei bis fünf. Schwache, beschädigte oder zu dicht stehende Triebe werden entfernt.
Bei Sommerhimbeeren können die jungen Ruten an einer Rankhilfe aus Drähten befestigt werden. Ein Abstand von etwa 15 Zentimetern zwischen den Ruten sorgt dafür, dass Luft zirkulieren kann und die Früchte gut abtrocknen.
Wer unsicher ist, ob es sich um Sommer- oder Herbsthimbeeren handelt, kann eine einfache Probe machen: Werden alle Ruten im Spätwinter bodennah abgeschnitten und die Pflanze trägt im selben Jahr wieder Früchte, handelt es sich um Herbsthimbeeren. Bleibt die Ernte aus, waren es Sommerhimbeeren, die künftig direkt nach der Ernte geschnitten werden sollten.
Schonend ernten
Himbeeren sind empfindlich. Sie drücken schnell ein und schimmeln leicht. Bei der Ernte sollten die Früchte vorsichtig vom Fruchtboden gelöst werden. Der helle Zapfen bleibt an der Pflanze zurück. Am besten werden kleine, breite Gefäße verwendet, damit die unteren Beeren nicht zerquetscht werden.
Gewaschen werden sollten Himbeeren nur, wenn sie wirklich verschmutzt sind. Wasser verwässert das Aroma und beschleunigt den Verderb. Frisch geerntete Beeren sollten möglichst schnell gegessen oder verarbeitet werden.
Krankheiten vorbeugen
Eine der wichtigsten Krankheiten ist die Himbeerrutenkrankheit. Auffällig sind violettbraune oder blauviolette Flecken an den Ruten. Später können die Rindenpartien aufreißen, abblättern und silbrig-grau erscheinen. Die Krankheit wird durch Pilze verursacht, deren Sporen bei feuchtem Wetter über kleine Verletzungen eindringen.
Vorbeugend hilft ein luftiger Bestand. Abgetragene Ruten sollten nach der Ernte entfernt, die Pflanzen im Spätherbst ausgelichtet und Verletzungen der Triebe vermieden werden. Unkraut sollte regelmäßig entfernt werden, damit die Pflanzen besser abtrocknen können. Auch eine ausgewogene Nährstoffversorgung stärkt die Widerstandskraft.
Besonders problematisch ist die Phytophthora-Wurzelfäule, auch als Himbeersterben bekannt. Dabei sterben Jung- und Tragruten ab. Der Erreger kann viele Jahre im Boden überdauern. Befallene Pflanzen sollten ausgegraben und entsorgt werden. Neue Himbeeren sollten dann an einer anderen Stelle gepflanzt werden.
Vermehren nur mit gesunden Ruten
Zum Verpflanzen und Vermehren eignen sich gesunde, kräftige, mittelstarke Ruten aus dem laufenden Jahr. Sie werden vorsichtig mit möglichst vielen Wurzeln ausgegraben und anschließend stark eingekürzt. So kann die Pflanze ihre Kraft in den Aufbau neuer Triebe stecken.
Himbeeren sind dankbare Gartenpflanzen, wenn Standort, Schnitt und Pflege stimmen. Wer die Ruten regelmäßig auslichtet, Staunässe vermeidet und kranke Triebe konsequent entfernt, kann über viele Jahre aromatische Früchte ernten.
