Wer erst kurz vor einer Arbeit lernt, vergisst den Stoff schnell wieder

Alle paar Wochen dasselbe Theater: Die nächste Schularbeit steht an, da ist kurz vorher Büffeln angesagt. Schließlich müssen die englischen Vokabeln gepaukt, die Geschichtsdaten auswendig und die Matheaufgaben verstanden werden.

Doch kurz vor den Arbeiten zu lernen, bringt meist wenig. Das Wissen bleibt so oft nicht lange in Erinnerung. Besser sei es, regelmäßig zu lernen.

„Lernen kann jeder“, sagt der Lernexperte Prof. Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig. „Wenn man das Lernen allerdings mit negativen Dingen verbindet, lernt man schlechter.“ Wer sich also tierisch ärgert, dass er überhaupt für die blöde Arbeit lernen muss, wird nicht so gut lernen können. „Das ist wie mit einem Hobby, das man hat – da lernt man oft in kurzer Zeit ziemlich viel Neues dazu, weil es einem Spaß macht“, ergänzt Albrecht Kresse, Lerntrainer aus Berlin. Wichtig sei daher, sich zu fragen: „Wie schaffe ich es, dass ich das Fach mag?“ Dabei könne es helfen, ein Lernziel festzulegen, zum Beispiel: „Ich möchte die englischen Vokabeln lernen, um bei Facebook besser mit meinen ausländischen Freunden kommunizieren zu können“.

Wichtig sei auch, zu erkennen, wie man am besten lernt. Manche Schüler können gut mit Freunden lernen, andere brauchen Ruhe oder müssen in einem gemütlichen Sessel im eigenen Zimmer sitzen.

„Das effektivste und zeitsparendste Lernen ist das kontinuierliche Lernen“, sagt Prof. Martin Korte. Wer regelmäßig 30 bis 45 Minuten für ein Fach pauke, müsse das Gelernte vor den Arbeiten meist nur wiederholen.

Auch Stundenprotokolle können helfen, sich den Stoff besser zu merken. Mit ihnen fasst man den Verlauf und die Ergebnisse der Unterrichtsstunde kurz zusammen. So hat man das Wichtigste übersichtlich aufgeschrieben.

Eine andere Variante sind sogenannte Mindmaps, was so viel heißt wie „Gedankenkarten“. „Dabei schreibt man in die Mitte eines Blattes Papier die zentrale Aussage eines Themas, zum Beispiel ,Die Ursache des Krieges?“, empfiehlt Martin Korte. Um sie herum schreibt man in Schlagwörtern oder Stichpunkten auf, welche Ereignisse oder Inhalte damit zusammenhängen. „Damit bekommt man eine gute Übersicht über die wichtigsten Aspekte eines Themas und kann sie sich so besser merken.“

Auch Spickzettel sollten zur Vorbereitung auf eine Arbeit dazugehören – aber nicht zum Schummeln benutzt werden, sagt Lerntrainer Albrecht Kresse: „Sie haben den Sinn, dass man den Stoff verdichtet und sich zentrale Aussagen gut merkt. Wer sich einen Spickzettel schreibt, hat mit den Dingen, die auf ihm stehen, oft keine Probleme, sondern kann sich während der Arbeit bestens an sie erinnern.

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