Tomaten im Eigenanbau: Richtig pflanzen, richtig pflegen

Tomaten_selbst_pflanzen

Das Ziel des Hobby-Gärtners: saftige Tomaten (Foto: Ajith Kumar)

Lange Zeit hielt man die Tomatenpflanzen für gefährlich, denn sie gehören – wie die giftigen Tollkirschen – zu den Nachtschattengewächsen. Zum Glück wurde dieser Irrtum vor gut 100 Jahren aufgeklärt. Heute genießen wir die Paradeiser, wie sie im Süden auch genannt werden, in verschiedenen Farben und Formen.

Wie pflanzt man Tomaten richtig?

Man sollte sich nicht davon leiten lassen, wann es die Stauden im Gartenmarkt zu kaufen gibt. Das ist häufig zu früh. Eingepflanzt wird immer erst nach den Eisheiligen, zwischen Mitte und Ende Mai. Das Pflanzloch im Garten muss recht tief ausgehoben und mit nährstoffreichem Humus oder stark gedüngtem Boden aufgefüllt werden. Zwischen Boden und ersten Blättern sollte ein Richtwert von ca. fünf Zentimetern eingehalten werden. Der Abstand zwischen den Stauden sollte 50 bis 60 cm betragen. Nach dem Einpflanzen gut wässern.

Viel Wärme und Feuchtigkeit sind die wichtigsten Lebensfaktoren für Tomaten. Feuchtigkeit aber nur von unten: Die Blätter sollten beim Gießen  immer trocken bleiben. Auch Regen schadet der Pflanze. Der beste Standort für Tomaten bleibt das Gewächshaus.

Tomaten gedeihen auch in Kübeln mit mindestens fünf Liter Inhalt. Auch auf dem Balkon ist wichtig, dass die Pflanze geschützt steht und viel Licht bekommt.

Tomaten entwickeln viele Triebe und wachsen deshalb lieber in die Breite als in die Höhe. Wer möchte, dass die Pflanze ihre ganze Energie in das Wachstum nach oben steckt und die Früchte zwar weniger, aber dafür prächtiger werden, geizt die Tomate aus. Beim Ausgeizen schneidet man – in der Hoch-Saison nahezu täglich – mit einem scharfen Messer die jungen Triebe am Ansatz ab. Der Tomatenstamm darf dabei nicht verletzt werden. Ausgegeizte Pflanzenstangen haben keinen natürlichen Halt mehr und benötigen einen Stab, an dem sie festgebunden werden. Die Bindungen sind dem Wachstum anzupassen.

Welche Nachbarn mag meine Tomate?

Die Tomate verträgt sich im Garten am besten mit Petersilien, Kartoffeln und allen Kohlarten. Gerne werden Gurken neben Tomaten gepflanzt, allerdings sind sie keine guten Nachbarn, was damit zusammenhängt, dass sie unterschiedliche Bedürfnisse haben, z.B. bei der Luftfeuchtigkeit. Im Gewächshaus ist ihre Nachbarschaft daher kein Problem.

Selber säen

Wer Tomatenpflanzen nicht kaufen, sondern selber ziehen möchte, muss rechtzeitig damit anfangen, damit in der laufenden Saison noch ausreichend geerntet werden kann. Die Aussaat sollte Mitte bis Ende Februar erfolgen, weil die Pflanzen bis Ende Mai gepflanzt sein müssen. Die Aussaat erfolgt in Schalen oder Blumentöpfen, auch flache Kisten sind geeignet. Die Pflanzen benötigen ein warmes Plätzchen (um die 20 Grad) und viel Licht. Sehr ratsam ist spezielle, weil keimfreie Anzuchterde. Die Samen sollten knapp unter der Erde liegen und einen Abstand von etwa zwei Zentimetern zueinander haben. Für die Befeuchtung wird am besten eine Sprühflasche verwendet. Befeuchtet werden sie am sichersten mit einer Sprühflasche.

Die Tomaten sind noch grün – aber der Herbst kommt schon

Am besten reifen Tomaten im Herbst noch bei uns, wenn man ihnen ein günstiges Mikroklima bietet, z.B. an einer Hauswand. Sie müssen vor Regen geschützt werden. Bei feuchter Witterung droht ihnen ein Pilzbefall, Anzeichen dafür sind braune Flecken. Eine Möglichkeit ist die Abdeckung mit einer atmungsaktiven Folie. In Übergangszeiten, in denen es tagsüber auch noch sonnig-warm wird, ist zu empfehlen, die Folie abzunehmen.

Wenn die letzten Früchte draußen nicht mehr reifen – Erntezeitpunkt ist Ende September -, müssen sie in klimatisierten Gewächshäusern abhängen. Gesunde Pflanzen aus dem Garten schneidet man über dem Boden ab und hängt sie kopfüber in einer frostfreien Garage auf. Die grünen Tomaten reifen noch langsam nach. Wer größere Mengen hat, für den lohnt sich die Lagerung in Obstkisten im Keller, abgedeckt mit Zeitungspapier, bei idealen 16 Grad. Mit Stiel geerntete Tomaten halten sich länger. So gelagert können Tomaten noch wochenlang halten. Bitte beachten: Früchte, die in der Nähe von Tomaten aufbewahrt werden, reifen bzw. verderben leichter, denn Tomaten geben das natürliche Reife-Gas Ethylen ab.

Eine andere Möglichkeit ist es, die unreifen Früchte einzukochen. Am Einfachsten ist es, sie wie Gurken einzulegen. Zum Einwecken kocht man grüne Tomatenstücke in einer Mischung aus einem Drittel Wasser und zwei Dritteln Essig glasig, ohne dass sie zerfallen. Anschließend füllt man die Tomatenstücke in Gläser und gibt etwas Salbei, Pfefferminze und Zitronenmelisse hinzu. Die Kochflüssigkeit wird mit Honig aufgekocht (300 Gramm pro Liter) und lauwarm über die Tomaten gegossen. Die geschlossenen Gläser sterilisiert man eine viertel Stunde bei 90 Grad.

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2 Kommentare

  1. bitte meine tomaten haben viele starke blätter unten kann ich die auch abschneiden, so wie ich sie ausgeize.würde mich über eine antwort freuen.
    es grüßt tada 50

  2. Was man hier zum Thema “Tomaten richtig gießen” liest, ist offensichtlich ein gewaltiger “SCHMARN”.
    Ich war am Wochenende (14.7.2013) beim Stankovic in NÖ. Der hat die 2.größte Tomatenplantage in Österreich.
    Seine Tips: Tomaten im Freiland oder Garten: Niemals gießen. Auch wenn die Blätter sich einrollen. Die Tomate kommt aus Südamerika-Peru. Sie holt sich die Feuchtigkeit mit ihren Wurzeln aus bis zu 2m Tiefe !. Viel gießen, wenig Ernte, nicht gießen, viel Ernte. Also aussuchen, was man will. Nur im Topf 1x die Woche, ca. 1 Liter, nicht mehr. Viel Gießen bewirkt, dass die Pflanze flache Wurzeln entwickelt. Bei starkem Regen ersäuft dann die Wurzel, dass ist die berühmte Tomatenfäule. Beim Nichtgießen werden die Wurzeln bis zu 2m tief und können bei starkem Regen nicht ertrinken. Ehh logisch, wenn man es weiß. Also, jetzt wisst ihrs, macht was draus, oder gießt weiter wie die Blöden und hab schöne Pflanzen, aber fast keine Ernte.

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