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Schwimmteich anlegen

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Garten

Schaffen Sie ihr eigenes Freibad im Garten — ohne Trubel und Chlorbelastung. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung gehen Sie den Bau zielgerichtet an und haben in wenigen Tagen eine kleine Oase im Grünen geschaffen.

Beim Bau sollte man zunächst die Lage beachten: Volle Sonne, geschützt vor Wind und Blicken sowie fern von großen Bäumen mit Schatten-, Laub- und Pollenfall wäre ideal.

70 Quadratmeter Wasserfläche sind ein gutes Mittelmaß. Auf großen Grundstücken plant man eine Reinigungszone mit vielen Pflanzen ein, um Nährstoffe im Wasser zu mindern. In unserem Beispiel nehmen wir professionelle Filtertechnik zu Hilfe, verstecken sie unter einem schicken Holzdeck und halten damit das Wasser klar.

Wichtig ist immer der fachgerechte Aufbau mit dicht verschweißter Folie und einer schützenden Vliesschicht darunter – in dieser Größenordnung eine Aufgabe für erfahrene Landschaftsgärtner. Lassen Sie sich vor Auftragsvergabe Beispiele zeigen, und sprechen Sie mit den Besitzern.

Größe und Tiefe

Ein größerer Schwimmteich reagiert träger auf Veränderungen (Regen, heiße Sommertage), sein biologisches Gleichgewicht ist somit stabiler. Er ist aber auch zeitaufwändiger zu reinigen. Damit einige Schwimmzüge möglich sind, und mehrere Personen etwas Freiraum haben, sollte der Schwimmbereich mindestens fünf Meter breit und acht Meter lang sein.

An seiner tiefsten Stelle sollte der Teich 1,80 bis zwei Meter tief sein, im Nichtschwimmerbereich maximal 1,30 Meter. Kleine Teiche am besten etwas tiefer planen, um das Wasservolumen zu erhöhen. So werden auch am Grund abgelagerte Schwebstoffe nicht so leicht aufgewirbelt. In tieferen Schichten ist das Wasser kühler und bindet auch an heißen Tagen den Sauerstoff.

Aufbau

Der Schwimmteich ist eine Kombination aus Swimmingpool und naturnah gestaltetem Gartenteich. Die beiden mit Folie abgedichteten Teile werden durch Winkelelemente, Betonmauern oder einen Erdwall abgegrenzt.

Funktionsprinzip

Der Teich besteht aus einem Schwimmbereich mit offenem Wasser und einem bepflanzten Regenerationsbereich, abgegrenzt durch eine knapp unter der Wasseroberfläche endende Abtrennung.

Wasserreinigung

Je größer die Teichfläche‚ desto eher kann man auf technische Hilfsmittel wie Filteranlagen verzichten. Dann sollte der bepflanzte Regenerationsbereich etwa zwei Drittel der Fläche einnehmen. Verzichten Sie zugunsten der Wasserqualität auf Fische.

Genehmigung

Bis zu 100 Kubikmeter Erdaushub sind in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei, ab 1,50 Meter Tiefe benötigt man immer eine Genehmigung.

Der Grenzabstand sollte mindestens drei Meter betragen. Erkundigen Sie sich vor der Planung beim zuständigen Bauamt.

Kosten

Baut der Fachmann (Unternehmen des Landschaftsbau), muss man je nach Größe und Ausstattung zwischen 300 bis 500 Euro pro Quadratmeter Schwimmteich rechnen. Je nach Eigenleistung kann man den Preis auf 150 bis 250 Euro drücken.

Material

Zum Abdichten von Schwimmteichen eignen sich Kunststoffdichtungsbahnen aus FPO (Flexibles Polyolefin), PVC (Poly-VinyI-Chlorid) oder EPDM (Synthesekautschuk). FPO ist besonders stabil, PVC ist am preisgünstigsten mit ab 12 Euro pro Quadratmeter als Rollenware. Die Bahnen werden mit Heißluftgerät und Andruckrolle verbunden.

Ein Verschweißen der Abdichtung vor Ort führt zu einem nahezu faltenfreien Ergebnis und erleichtert die spätere Pflege. Damit die Abdichtung stramm an den Beckenwänden anliegt, wird sie mit Verbundblechen (mit der Abdichtung beschichtete Metallstreifen) verschweißt. Die hier verbaute olivgrüne PVC- Folie ist unempfindlicher als helle Abdichtungen, bei denen man schon nach kürzester Zeit Verschmutzungen sieht. Für FPO- und PVC-Abdichtungen gibt es professionelle Durchdringungen für Schläuche, Rohre und Düsen.

Filtersubstrate

Filtersubstrate für den Teich sollen durchlässig sein, Schwebstotfe aus dem Wasser filtern, und dürfen keine Nährstoffe ins Wasser abgeben, vor allem kein Phosphor, das nur in geringen Mengen im Wasser vorliegen darf (Richtwert für Schwimmteiche: 0,01 mg/ I). Zu hohe Konzentrationen würde zu Algenwachstum führen. Die möglichst große Oberfläche der Substrate hilft bei der Wasserreinigung: Auf dem Bruchstein siedeln sich Mikroorganismen und Biofilm an. Werden diese vom Wasser umströmt, nehmen sie Nährstoffe auf und reinigen das Wasser. Eine grobe Porenstruktur mit Korngrößen zwischen 1 bis 16 mm ist optimal für die Durchströmung. Feine Pflanzsubstrate
dagegen sollen optimales Wachstum von Rohrkolben & Co. gewährleisten.

Im Sommer schaden Iange Hitzeperioden oft der Wasserqualität. Ungünstig – vor allem, wenn Fische im Teich sind. Doch die Wasserwerte können Sie einfach verbessern!
Bei Hitzeperioden heißt es für Teichgärtner, wachsamer als sonst zu sein. Nachzufüllen brauchen Sie jedoch erst, wenn Pflanzen und Fische gestrandet sind, und dann nur in kleineren Portionen. Zum anderen enthält das Wasser umso weniger Sauerstoff, je wärmer es wird. Dies ist vor allem für Fische von Bedeutung. Zur Vorbeugung lässt man Wasserspiele laufen, auch über Nacht. Sogenannte Oxidatoren tragen zusätzlich Sauerstoff ein. Spätestens wenn die Fische an der Oberfläche nach Luft schnappen, sollte man allerdings schnell handeln. Dann hilft kaltes Wasser, das man langsam in den Teich laufen lässt. Auch Sauerstofftabletten helfen akut.

Warmes Wasser und ein hoher Nährstoffge können, wenn sie zusammenkommen, das Wachstum von Algen und Wasserlinsen zur Folge haben. Fischen Sie diese gelegentlich ab. Treten sie im Übermaß auf, forschen Sie auf jeden Fall nach den Ursachen: Wenn Algen zu gut gedeihen, kommen mehrere Ursachen dafür in Frage: mit Phosphaten (Algennährstoffen) angereichertes Leitungswasser beim Nachfüllen des Teichwassers, ein zu hoher Fischbesatz, zu viel Futter oder Dünger sowie Laub und andere abgestorbene, sich zersetzende Pflanzenteile. Einige Schlüsselwasserwerte geben Auskunft über den Status des Teichwassers und helfen bei Unregelmäßigkeiten, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Sie brauchen allerdings nur dann geprüft zu werden, wenn Ihnen etwas auffällt.

Wichtige Werte für das Teichwasser

pH-Wert: ideal 7,5 bis 8,2

Als Maßstab für den Säuregrad gibt der pH-Wert Auskunft darüber, wie viele gelöste Säuren oder Basen im Wasser enthalten sind. Seine Skala reicht von 0 bis 14. Je niedriger er ist, desto saurer ist das Milieu, je höher, desto alkalischer.

Für Gartenteiche gilt ein pH-Wert im schwach alkalischen Bereich von ungefähr pH 8,2 als ideal. In einem gewissen Rahmen kann man den pH-Wert von saurem Teichwasser durch Zugabe von kalkhaltigem (hartem) Leitungswasser anheben und bei alkalischem Teichwasser durch kalkarmes (weiches) Regenwasser senken.

Tauschen Sie aber höchstens ein Drittel des gesamten Wasservolumens aus, und das auch nur schrittweise, um starke Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Es gibt spezielle Produkte, die das Wasser entsäuern und den pH-Wert durch Erhöhung der Pufferkapazitäten stabilisieren, auch bei erhöhten Werten. Hier besteht ein enger Zusammenhang mit der Karbonathärte.
Karbonathärte (KH): ideal 5 bis 1 6
Die Karbonathärte (KH) ist ein Teil der Gesamthärte (GH) des Wassers. Sie vermag Säuren und Basen auszugleichen und ist somit ein Maß für die Pufferkapazität, also die Fähigkeit des Teichwassers, Störungen zu widerstehen. Im idealen Bereich wird der pH-Wert durch die Karbonathärte stabilisiert und das Wachstum der Teichpflanzen gefördert. Bei Werten unter 5 ist das Wasser zu weich und der pH-Wert instabil. Liegt der Wert über 16, bleibt der pH-Wert zwar stabil, doch Teichbewohner mögen so hartes Wasser nicht. Hohe KH-Werte fördern das Algenwachstum. Zudem kann es zu unansehnlichen Kalkablagerungen kommen. Bei zu weichem Wasser wird empfohlen, Mittel einzusetzen, die die Karbonathärte erhöhen und den pH-Wert stabilisieren. Bei zu hartem Wasser wechselt man einen Teil des Teichwassers gegen weiches Regenwasser aus, bis der KH-Wert wieder ideal ist.

Nitrit: unbedenklich unter 0,1 mg/l

Ein erhöhter Nitritwert zeigt eine Störung der mikrobiologischen Kreisläufe an. Vor allem in neu angelegten Teichen sind noch nicht ausreichend nützliche Bakterien vorhanden.

Auch schlecht funktionierende Filter, Fischmedikamente oder Zersetzungsvorgänge am Teichboden können die Mikroorganismen beeinflussen. Ein zu hoher Nitritgehalt schädigt die Fische. Bei Nitritwerten ab 0,3 mg/ l sollten Sie handeln. Produkte, die sogenannte Filter- beziehungsweise Starterbakterien enthalten, können dem Wasser zugefügt werden.

Pflanzenreste

Im Trüben halten sich Fische nicht so gern auf. Sorgen Sie dafür, dass das Wasser möglichst klar bleibt. Haben Sie zudem ein Auge auf die Teichpflanzen: Zeigen sie deutliche Vergilbungen, brauchen sie etwas Dünger. Absterbende Pflanzenteile sollten Sie zudem entfernen, sie tragen Nährstoffe in das Wasser ein. Spannen Sie im Herbst ein Netz über der Wasserfläche, um zu verhindern, dass sich Laub im Teich sammelt und dort beginnt zu verrotten. Auch das belastet sonst die Wasserqualität.

1 Kommentar

  1. Boban

    Hallo,
    so ein Schwimmteich ist eine tolle Sache, das sieht sehr viel schöner aus als ein Pool. Und man muss auch keine so aufwändige Technik installieren weil sich so ein Teich selber reinigt. Das schon den Geldbeutel und die Umwelt.

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