• Familie

    Wann sollte mein Kind eine zweite Sprache lernen?

    Mit dem Erlernen von Fremdsprachen sollte spätestens im Alter von vier Jahren begonnen werden. Dies belegen Studien des Sonderforschungsbereichs Mehrsprachigkeit der Uni Hamburg.

    Die optimale Phase, um eine Sprache auf dem Niveau eines Muttersprachlers zu lernen, ende mit vier Jahren, so die Wissenschaftler. Ein Grund dafür sei die zunehmende neuronale Reifung.  Betroffen sind Grammatik und Aussprache. Vokabeln hingegen kann man in jedem Alter erlernen.

    Im Vorteil sind Kinder, deren Eltern sie von Geburt an zweisprachig erziehen. Außerdem fördere Bilingualität flexibles Denken und die Fähigkeit, später auch andere Sprachen leicht zu erlernen, meinen die Hamburger Forscher. Zwar vermischen bilinguale Kinder manchmal die Sprachen. Dies heiße aber nicht, dass die Kinder die Sprachen nicht auseinanderhalten können.

     

  • Reise

    Bedeutungsgeladene Mystik im Kloster Zinna

    Die fast menschenleere Wald- und Feldlandschaft des Hohen Flämings hat außer dem Fläming-Skate und einsamen Pilz-Revieren nicht viele touristische Highlights, die einem sofort ins Auge springen. Das ehemalige Zisterzienserkloster Zinna gehört definitiv dazu.

    Seit seiner Gründung im Jahr 1170 war es einer sehr wechselhaften Geschichte unterworfen, die ihre Spuren in dem Klosterbau hinterlassen hat. Das Klostermuseum bietet dazu eine recht anschauliche Ausstellung. Richtig interessant sind allerdings die Führungen, die nur nach telefonischer Absprache möglich sind: Die Zisterzienser-Architektur hat eine durchdachte Symbolfunktion; ihre Einheit offenbart die Suche nach göttlichem Licht. Man braucht lediglich eine freundliche und kompetente Erklärung, um tief in die bedeutungsgeladene klösterliche Welt einzutauchen.

    Sehr viel weltlicher ist die in dem Museumbesuch enthaltene Verköstigung des “Klosterbruders”, einer hochprozentigen Kräuteressenz, die hier gebraut wird.

  • Reise

    Ausflugstipp Schloss Wiepersdorf: Wo das Herz einer romantischen Revolutionärin liegt

    Es war der Stammsitz des bedeutenden Dichterpaares der Romantik, Bettina und Achim von Arnim – heute ist Schloss Wiepersorf ein bundesweit herausgehobenes Künstlerhaus mit Museum und Café.

    Wiepersdorf – ein winziger Ort im niederen Fläming. Heute fährt man von Berlin mit dem Auto eine gute Stunde (80 km), früher war es eine Tagesreise.

    In Wiepersdorf, wo Achim von Arnim nebenbei die Güter der Familie verwalten musste, war es Bettina von Arnim schnell zu langweilig. Nach wenigen Monaten zog sie mit den Kindern wieder nach Berlin. Die Ehe bestand aus gegenseitigen Besuchen, sie galt dennoch als glücklich. Berühmt wurde sie durch den Briefwechsel mit Goethe, den sie – überarbeitet und mit fiktiven Tagebuchaufzeichnungen angereichert – als eine Art Briefroman herausgab. Goethes Briefwechsel mit einem Kinde erschien 1835, drei Jahre nach Goethes Tod, wurde das Buch zu einem Bestseller. Am Fenster im Museum steht ein Sekretär mit einem Stuhl davor, auf der Schreibplatte liegen zwei Briefe, so als hätte die Autorin bis eben hier gesessen. Briefe waren ihre Kunst.

    Romantische Idealisten

    Bettina von Arnims romantischer Idealismus machte sie schließlich zu einer politischen Aktivistin. Sie verbrüderte sich mit den jungen Revolutionären des Vormärz, die sich gegen die preußische Staatsmacht auflehnten. 1842 soll sie in Kreuznach den jungen Karl Marx getroffen haben. Das passte auch in die Ideologie der DDR. Die “Erholungsstätte für Schriftsteller” als die das Schloss nach 1965 diente, wurde nach ihr, der Tochter reicher Kaufmannsleute, benannt – und nicht nach Achim, dem preußischen Landadeligen. Arnold Zweig war zu Gast, Anna Seghers und Sarah Kirsch, die einen Gedichtzyklus Wiepersdorf nannte.

    Das Schloss Wiepersdorf ist heute prächtiger als zu Bettina von Arnims Zeiten. Enkel Achim ließ es ab 1878 in barockem Stil umgestalten, 1988 wurde die Orangerie im Park errichtet, die im Sommer als Café dient. Drei Räume im Erdgeschoss beherbergen das kleine Museum, in dem auch ein Porträt Bettinas hängt. Man sieht ihr die italienische Herkunft väterlicherseits an. Sie wurde gerne als Erklärung ihres impulsiven Temperaments herangezogen.

    Hier im Park des Schlosses, in dem heute verschiedene Veranstaltungen stattfinden, Stipendiaten aus aller Welt an ihren Texten, Bildern oder Musikstücken feilen, liegt Bettina von Arnim, die 1859 in Berlin starb, begraben.

  • Reise

    Ausflugstipp Lausitz: Kultur und Sport statt Tagebau

    In der Lausitz lagert Braunkohle. Kaffeebraune Klümpchen stecken neben den Ziegeln im Sand, gefasert wie sprödes Treibholz: Das ist der Stoff, der wichtiger war als Häuser, Schuppen, Apfelbäume und 16.000 Menschen, die umgesiedelt wurden.

    80 kleine Orte mussten im Lausitzer Braunkohlerevier den Baggern bereits weichen. In Lacoma bei Cottbus und anderswo pflügen Energiekonzerne noch immer Häuser, Teiche, Bäume für den Tagebau um.

    Die Niederlausitz als Europas größte Landschaftsbaustelle 

    Wenn der Energieträger abgebaut ist, zieht die Kohleindustrie weiter und hinterlässt eine gespenstisch-schöne Canyon- und Steppenlandschaft. Seit 2000 wird das Revier deshalb durch das IBA-Projekt umgestaltet – am Ende sollen zahlreiche Touristen-Attraktionen enstanden sein. Etliche sind bereits zu sehen und empfehlenswerte Ausflugsziele für Radwanderer, Kulturfreunde und zukünftig auch für Wassersportler.

    Ein Beispiel: Dort wo früher im Tagebau Meuro 300 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut wurden, entsteht jetzt der Großräschener See. Seit 2007 wird er kontrolliert geflutet, 2015 soll er den geplanten Wasserstand haben und zum Touristenzentrum werden. Skeptiker meinen, dass es bis 2020 dauern kann bis die 3.580 Hektar gefüllt sind. In Großräschen sind aber bereits ein Hafenbecken sowie eine Seebrücke angelegt worden.

    Ebenfalls sehenswert:

    1. Das Besucherbergwerk bei Lauchhammer mit der 500 Meter lange Förderbrücke F60 als Landmarke

    2. Schwimmende Häuser in Geiserswalde

    3. Slawenburg Raddusch

    Das Lausitzer Seenland entdeckt man zum Beispiel mit geführten Touren von iba-tours – mit dem Rad, dem Bus oder dem Safari-Jeep durch die Canyon- und Steppen-Landschaft.

    Aussichtspunkt Viktoriahöhe in Großräschen (Fotos: Thilo Leibelt / CC BY-SA 2.0)

  • Reise

    Fahrradtour: Von Strausberg nach Bienenwerder

    Der Radweg von Strausberg nach Bienenwerder ist ein Traumpfad.

    Die Fahrradtour verläuft in geschwungenen Kurven und führt sanfte Hügel hinauf, von denen aus weit und breit kein Haus zu sehen ist. Nur Felder, die am Horizont von Wald begrenzt sind. In der Ferne heben Rehe ihre Köpfe, als könnten sie den Velo-Freund spüren.

    Der Radweg von Strausberg nach Bienenwerder an der Oder vermittelt ein völlig neues Fahrraderlebnis. Wer hätte gedacht, wie spektakulär das Radeln auf so einem einfachen, asphaltierten Weg sein kann, wenn er nur völlig abseits  von Autostraßen verläuft? Die Route wurde erst Ende der 2000er Jahre fertig gestellt und folgt über weite Wege einem alten Waldweg. Nur wenige der rund 45 Kilometer bis zur polnischen Grenze verlaufen auf Straßen, die auch Autos benutzen dürfen. Und wenn, dann sind es zumeist Ortsdurchfahrten, wie in Reichenow, einem alten Dorf mit einem Schloss, in dessen ehemaligem Gutshof sich Künstler angesiedelt haben. Hier gibt es auch ein hübsches Café im Schatten alter Bäume.

    Startpunkt ist der S-Bahnhof Strausberg Nord. Nach dem Flugplatz Strausberg mündet die Strecke in eine alte, wenig befahrene Allee. Der Weg führt weiter durch Klosterdorf, Prädikow, Reichenow, Kunersdorf und Wriezen durch das Oderbruch nach Bienenwerder. Die Ausschilderung ist gut, nur Bienenwerder ist in kaum einer Straßenkarte verzeichnet. Kein Wunder: Hier gibt es nichts als die Reste einer Eisenbahnbrücke.

    Länge: 45 Kilometer

    Rastmöglichkeiten: Café Delicati, Gutshof Reichenow, Neue Dorfstr. 7, Reichenow-Möglin

    Übernachtungsmöglichkeiten: Gasthaus Zollbrücke, Zollbrücke 7, OT Zäckericker Loose