Familiennamen können gewechselt werden – So geht´s

Wem der eigene Nachname nicht gefällt, darf ihn in Deutschland nicht ohne Weiteres ändern. Es geht aber.

Der Familienname steht grundsätzlich nicht zur freien Verfügung des Namensträgers, heißt es im Bundesministerium des Inneren. Für eine Änderung reiche es nicht aus, seinen Namen nicht mehr zu mögen oder sich einen anderen zu wünschen. Es bestehe aber die Möglichkeit der öffentlich-rechtlichen Namensänderung nach dem Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen.

Um den Vor- oder Nachnamen ändern zu dürfen, muss ein Antragsteller zum Beispiel nachweisen, dass er stark unter dem Namen leidet. Im Amtsdeutsch heißt das: „Dieses Verfahren zur Namensänderung hat insoweit Ausnahmecharakter, als es nur dazu dient, Unzuträglichkeiten im Einzelfall zu beseitigen.“ Jeder Fall werde einzeln geprüft. So werden nicht selten psychologische Stellungnahmen angefordert. Ein Name kann ebenfalls geändert werden, wenn er anstößig oder lächerlich ist oder Anlass zu Wortspielen gibt.

Auch extrem komplizierte oder im Deutschen schwer auszusprechende Namen können gewechselt werden. So möchten einige Menschen nach ihrer Einbürgerung ihren Namen ändern. Auch typisch deutsche Sammelnamen – also etwa Meier, Müller oder Schulz – können abgelegt werden.

Die Vorschriften des Gesetzes über die Änderung von Familien- und Vornamen werden von den Ländern als eigene Angelegenheit ausgeführt. Wer seinen Namen wechseln möchte, muss sich an die zuständige Namensänderungsbehörde wenden. Je nach Wohnort sind dies unterschiedliche Stellen bei der Stadt- oder Kreisverwaltung, beispielsweise das Ordnungsamt oder Standesamt.

Antragsteller brauchen zum Beispiel Personenstandsurkunden oder ein psychologisches Gutachten. Auch ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Schuldnerauskunft können nötig werden.

In der Regel ist eine Namensänderung, bei der ein Vor- oder Familienname stark oder komplett verändert wird, nur für Personen möglich, die keinen Eintrag im Führungszeugnis oder in der Schuldnerkartei aufweisen. Die Verwaltungskosten sind von Fall zu Fall verschieden. Sie können bei der Änderung des Vornamens bis zu 300 Euro betragen, der Wechsel des Familiennamens kann bis zu 1.200 Euro kosten.

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