Erntezeit für Äpfel – Was Sie wissen sollten

Comment

Garten

Wer im Herbst genau hinschaut, stellt fest, dass nicht nur große reife Äpfel unter einem Baum liegen. Auch kleinere faulige oder von Tieren angefressene Exemplare finden sich dort. Tatsächlich ist es auch nicht das Gewicht des Apfels, das ihn vom Ast abfallen lässt.

Vielmehr sind chemische Prozesse dafür verantwortlich. Reife Früchte verströmen das Reife-Gas Ethylen, das das Wachstum benachbarter Früchte anregt, die noch nicht so weit entwickelt sind. Dieses Gas bilden neben reifen Früchten auch beschädigte Exemplare.

Der Baum weiß so, dass er nun die Produktion des Altershormons Abscisinsäure ankurbeln muss. Und dieses Pflanzenhormon sorgt dafür, dass die Verbindungsstelle zwischen Zweig und Fruchtstiel zunehmend verkorkt und die Frucht nicht weiter vom Baum mit Nährstoffen versorgt wird. An der verkorkten Sollbruchstelle löst sich die Frucht schließlich vom Ast und fällt ab. Auf die gleiche Art werfen übrigens im Herbst die Bäume auch ihre Blätter ab. Wie der Obstbaum schadhafte Früchte auf diese Weise entsorgt, transportieren auch die Bäume im Herbst ihre Abfallprodukte in die Blätter, bevor sie sie abwerfen.

Nur die Äpfel mit braunen Kernen sind reif

Es stimmt nicht immer, dass man Kernobst ernten sollte, wenn sich seine Kerne zu verfärben beginnen oder die Früchte mindestens zur Hälfte ihre endgültige Färbung erhalten haben. Besser ist es, die Frucht am Stiel vorsichtig zur Seite zu biegen, bei langstieligen Sorten bis zu 90 Grad. Nur wirklich reife Früchte lösen sich so sofort.

In Äpfeln und Pflaumen ist manchmal der Wurm drin

Wer einen Apfel vom Boden aufhebt, kann das zweifelhafte Glück haben, einen echten Wurm darin zu finden. In der Regel sind es aber keine Würmer, die uns das Obst madig machen. Maden sind es allerdings auch nicht, denn so werden nur die Larven von Zweiflüglern genannt.

Im Obst aber wohnen vor allem Vierflüglerlarven, nämlich die verschiedener Schmetterlinge. So legt beispielsweise der Apfelwickler (Cydia pomonella) seine Eier auf dem Obst ab oder auch auf den Blättern des Obstbaumes. Die Larven schlüpfen dann direkt in die Frucht hinein und schlagen sich dort den Magen voll. Nach einigen Tagen verlassen die Raupen die Frucht wieder, um sich zu verpuppen.

Das Obst ist zu dem Zeitpunkt längst beschädigt und von den Hinterlassenschaften der Larven verschmutzt. Während sich der Apfelwickler über Äpfel hermacht und der Pflaumenwickler (Grapholita funebrana) Pflaumen befällt, schädigen die Larven des Fruchtschalenwicklers (Adoxophyes orana) gleich eine ganze Reihe von Früchten: Äpfel, Pflaumen, Kirschen, Birnen, Johannisbeeren und auch Aprikosen.

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>