Entrümpeln schafft Platz und befreit die Seele

Irgendwo in einer versteckten Ecke haust in fast jeder Wohnung ein Gerümpelhaufen. Wächst dort still und leise vor sich hin. Man ignoriert ihn. Stolpert über ihn. Ärgert sich. Und fasst endlich den heroischen Entschluss: Er muss weg. Wenn das Aufräumen nur nicht so viel Überwindung kostete. Doch es gibt wirkungsvolle Tricks, die das Entrümpeln leichter machen. Und die vor allem dafür sorgen, dass der Berg an abgelegten, ungeliebten oder unnützen Sachen nicht gleich wieder wächst.

Müll, Abfall, aufräumen, ausmisten, ordnungAuf der Liste der guten Vorsätze steht das Ausmisten in Keller, Speicher und Garage ganz oben. Das Gerümpel nervt nicht nur, sondern „ist Ballast, der die Lebensenergie blockiert“, sagt der Münchner Persönlichkeitstrainer und Coach Marco von Münchhausen. Er ist überzeugt: „Gerümpel macht traurig, nagt am Selbstbewusstsein und hindert daran, neue Ideen umzusetzen.“ Zu gewichtige Worte für einen unaufgeräumten Keller? Aber Hand aufs Herz: Fühlt man sich nicht erstaunlich energiegeladen, wenn der Kleiderschrank endlich ausgemistet ist, die Werkbank plötzlich übersichtlich und das Arbeitszimmer frei von Papierstapeln? Und warum packt man es dann nicht einfach an? Weil man die Erwartungen an sich selbst zu hoch ansetzt, sagt der Münchner Bestseller-Autor Werner Tiki Küstenmacher. Wenn man ständig daran denke, was man tun müsste, verliere man die Energie für die Aufgaben in der Gegenwart.

Nicht gegen innere Widerstände arbeiten

„Uli, der Schweinehund“ heißt die lästige innere Stimme, die das Aufräumen so erfolgreich sabotiert, bei Coach von Münchhausen. Hartnäckig meldet er sich zu Wort und flüstert: „Das kann man doch nicht wegwerfen, das brauchen wir vielleicht noch mal.“ Der Rat der beiden Experten: Nicht gegen die inneren Widerstände arbeiten, sondern sie in die Aufräumaktion einbeziehen. Ganz praktisch heißt das: „Keinen großen Aufräumplan fürs ganz Haus machen, sondern zunächst ein kleines, menschenfreundliches Ziel formulieren“, rät Küstenmacher. „Erst wenn das erreicht ist, das nächste Ziel planen.“ Also: Zunächst nur ein Regal vornehmen und es komplett ausleeren. „Wenn man einen Stauraum erst einmal in leeren Zustand erlebt hat, bringt man es nicht übers Herz, ihn wieder mit altem Plunder zu verstopfen“, sagt er.

Von Münchhausen empfiehlt, sich das Entrümpelungs-Objekt schon mal aufgeräumt vorzustellen. „Ein solches inneres Bild sorgt für gute Gefühle, und das motiviert, mit dem Ausmisten anzufangen.“ Er rät zu festen Aufräum-Terminen: „Zum Beispiel bis zum Frühjahr jeden Samstag drei Stunden.“ So eine Aktion entwickle oft eine ungeahnte Eigendynamik, weil man angesichts des Erfolgs gar nicht mehr aufhören wolle.

Sich trennen

Aufräumen heißt immer auch Wegwerfen. Wenn nur nicht immer die Erinnerungen wären, die mit vielen Gegenständen verbunden sind. „Es hilft, sich vorzustellen, dass man mit jedem dieser Gegenstände über eine kleine Schnur verbunden ist“, sagt „Simplify“-Autor Küstenmacher. Diese emotionale Schnur müsse man zerschneiden: „Das tut einen Moment lang weh, aber danach ist man frei.“ Zu vier großen Kisten rät von Münchhausen. In die erste kommt alles, was auf den Müll gehört. In der zweiten Kiste wird gesammelt, was man reparieren möchte. Auf jedem Teil wird vermerkt, bis wann es wieder in Ordnung gebracht wird. Hält man den Termin nicht ein, „kann es nicht so wichtig sein“ und kommt ebenfalls in den Müll. In der dritten Kiste liegt alles, was man verkaufen oder verschenken möchte.

Und dann gibt es noch die „Entscheiden“-Kiste für alle Gegenstände, über deren Schicksal man noch unschlüssig ist. Dass der Entschluss zum Wegwerfen manchmal erst noch reifen müsse, sei „ein ganz normaler Prozess“. Ein kleiner Trick könne dabei helfen: Die Kiste einen Monat lang nicht anrühren. Wenn man dann nicht mehr wisse, was drinnen liegt, lautet die Devise: „Weg damit.“

Was übrig bleibt, bekommt eine neue Ordnung. In Wohnräumen kann man die Abstellflächen reduzieren. Je weniger Beistelltische herumstehen, umso geringer ist die Gefahr, dass sich darauf Gerümpelstapel bilden. Ein gut erreichbarer Papierkorb nimmt gelesene Zeitschriften auf und wird regelmäßig geleert. In der Küche wird die Arbeitsfläche nur noch zum Arbeiten genutzt und nicht mehr als Lagerplatz. Häufig benutztes Geschirr und Besteck sowie wichtige Geräte bekommen die am besten erreichbaren Plätze im Schrank. Was selten gebraucht wird, kommt in den Keller.

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