Die richtigen Pflanzen für Ihre Gartenhecken

Wollen Sie eine Gartenhecke von der Stange? Dann sind Sie mit Lebensbaum, Scheinzypresse, Liguster, Hainbuche und Lorbeerkirsche dabei. Mehr als neunzig Prozent der Hecken bestehen aus diesen Arten. Sie möchten doch lieber etwas, was nicht jeder hat? Dann lohnt es sich, bei der Planung einer Hecke über weniger bekannte oder auch nur vergessene Heckenpflanzen nachzudenken.

Sowohl Laub- als auch Nadelgehölze bieten ein nahezu unerschöpfliches Repertoire, und es wird nicht ansatzweise genutzt.

Bei der Wahl der Gehölzart spielt das Umfeld stets eine Rolle. Liegt der Garten am Rand einer Siedlung, ist eine harmonische Verbindung der Gartenhecke mit der freien Landschaft erstrebenswert. Mit Blauer Scheinzypresse oder auffälligen rot- und gelblaubigen Hecken gelingt das eher nicht. Sie wirken in dieser Umgebung unruhig und fremd. Besser sind dann Hecken aus Feld-Ahorn, Weißdorn, Schlehe oder Hartriegel. Sie schaffen einen fließenden Übergang, haben einen hohen ökologischen Wert, zeichnen sich durch robusten Wuchs und sehr gute Winterhärte aus. Ob freiwachsend oder streng geschnitten, sie sind in jedem Fall beliebter Unterschlupf und Nistplatz für Vögel. Greifen Sie deshalb nicht während der Brutzeit zur Heckenschere. Schneiden Sie im Februar und im Juni/Juli.

Für Gärten mittendrin im Siedlungsbereich ist die Auswahl an geeigneten Gehölzen noch umfangreicher. Einen überwältigenden Anblick bieten zum Beispiel freiwachsende, blühende Hecken aus Prachtspiere (Spiraea X vanhouttei), Zierquitte, Kolkwitzie oder Garteneibisch. Auch Strauchrosen oder bei zusagenden Bodenbedingungen sogar Rhododendren eignen sich für Blütenhecken.

Für kleinere Gärten und Vorgärten sind wegen ihres geringeren Platzbedarfes meist geschnittene Hecken gefragt. Auch hier ist die Auswahl größer als das, was Gartencenter und Baumärkte immer wieder bewerben. Bei einer so langfristigen Investition wie einer Hecke, die oft über 30 Jahre. und länger ihren Dienst tut, lässt man sich besser nicht vom kurzfristigen Preisvorteil einer Werbung verführen. Winterhärte und Standortansprüche sind wichtigere Kriterien. Manch eine Lorbeerkirschhecke musste schon aufwändig ersetzt werden, weil zuvor die falsche, nicht winterharte Sorte (z.B. ‘Rotundit’olia’, ‘Caucasica’) gepflanzt wurde. Angeboten werden sie, weil sie am schnellsten wachsen und so am „billigsten“ sind.

Winterharte, etwas teurere Sorten, wie ‘Herbergn oder ‘Schipkaensis Macrophylla’, kommen oft gar nicht erst in den Handel.

Alternativen – echte Hidden Champions

Fast in Vergessenheit geraten sind Maulbeerhecken, die früher viele Schulgärten zierten. Auch wenn sie heute nicht mehr zur Seidenraupenzucht benötigt werden, bietet ihr frisches Blattgrün eine willkommene Abwechslung. Unübertroffen ist die leuchtend orangegelbe Herbstfärbung.

Ebenso attraktives Blattwerk bieten Komelkirsche und Alpen-Johannisbeere. Während die grazile Alpen-Johannisbeere besonders für kleinere und mittelhohe Hecken bis zu einer Höhe von 1,5 m prädestiniert ist, lassen sich mit der Kornelkirsche auch übermannshohe grüne Wände gestalten.

Dient die Hecke als Raumteiler oder als begleitender Rahmen eines Weges, kommen kleinere Arten wie Fingerstrauch, Zwerg-Weigelie, Zwerg-Deutzie oder immergrüne Spindelsträucher groß heraus. Spindelsträucher sind besonders für kleinste Einfassungen gedacht und können als Buchsbaumersatz dort dienen, wo Buchsbaum regelmäßig von Blattkrankheiten heimgesucht wird.

Wer nach einer höheren, immergrünen Alternative zu Lebensbaum und Co. sucht, kommt beim Feuerdorn oder einem breiten Sortiment an Stechpalmen an. Besonders robust und winterhart sind llex meservae—Sorten sowie Ilex aquifolium ‘Alaska‘ und ‘J.C. van Tol’. Alle Buntlaubigen sind etwas empfindlicher und eher für wintermilde Standorte zu empfehlen.

Hecken schneiden und pflegen

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