Der große Gewächshaus-Ratgeber

Ein kleines Gewächshaus im Garten ist etwas Herrliches. Sie können nicht nur bereits früh in der Saison säen. Mit ein paar bunten einjährigen Pflanzen machen Sie aus Ihrem Gewächshaus ein gemütliches Plätzchen , indem Sie windgeschützt die ersten Sonnenstrahlen genießen können. Viel Platz ist dafür nicht nötig.

Gewächshaus wählen

Es gibt verschiedene Arten von Gewächshäusern in unterschiedlichen Größen. Mauergewächshäuser, die von der Wärme des Hauses profitieren, Kleingewächshäuser, in denen man gerade noch aufrecht stehen kann und elegante Gartengewächshäuser im englischen Stil aus schwarz beschichtetem Aluminium. Wählen Sie ein Gewächshaus, das zu Ihrem Stil und zu Ihrem Budget passt.

Was muss ich bei der Wahl des Standortes beachten?

Die Lage eines Gewächshauses kann den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Hier sechs Punkte, die Sie bei der Auswahl beachten sollten:

1. Viel Licht

Bauen Sie Ihr Gewächshaus nicht unter Bäumen — sie werden es beschatten und fallende Äste oder Laub können es beschädigen und den Wasserablauf blockieren. Der Honpgtau von Blattläusen kann die
Glasflächen beschmutzen, während die Baumwurzeln den Boden uneben machen.

2. Bequemlichkeit

Planen Sie das Haus so, dass Sie es bequem mit wenigen Schritten erreichen können.

3. Untergrund

Vermeiden Sie, das Treibhaus an einem Hang zu bauen, da der Höhenunterschied schwer auszugleichen ist. Der Fuß eines Hanges ist ebenfalls ein schlechter Ort, da er durch die Lage kälter ist.

4. Orientierung

Richten Sie den Dachfirst nach der Ost- West-Achse aus. Für Sommerpflanzen sollten Sie ihn nach der Nord-Süd-Achse auslegen, damit sie gleichmäßig Licht erhalten.

5. Zugang

Um das Gewächshaus herum sollte mindestens im Raum vorhanden sein, falls Reparaturen nötig sind.

6. Gute Erde

Wenn im Gewächshaus Beete angelegt werden, brauchen sie einen guten Boden. Minderwertige Erde kann durch Einarbeitung von organischem Kompost aufgewertet werden.

Welches Material eignet sich besser: Kunststoff oder Glas?

Glas ist teuer und leichter zu beschädigen als Polykarbonat, aber es ist effizienter, um Licht und Wärme im Gewächshaus einzufangen. Sollte die Wahl auf Glas fallen, nehmen Sie gehärtetes Glas.

Eine Alternative zu Glas sind Hohlkammerplatten aus Kunststoff, die neben ihrer Bruchsicherheit auch noch leicht sind und einen hohen Isolierungseffekt besitzen. Der Nachteil aber ist, dass dieses Material nicht UV-lichtbeständig ist und über die Zeit matter wird. Acrylglas lässt fast genauso viel Sonnenlicht durch wie Glas, ist unempfindlich gegenüber UV-Licht und auch günstiger als Glas. Allerdings ist es nicht so bruchfest wie Polykarbonat.

Wenn Sie sich keine großen Ausgaben leisten können, sind Treibhäuser aus Folie die günstigere Option. Die leichte Abdeckung kann nach der Abnutzung einfach ersetzt werden.

So erkennen Sie die Qualität eines Gewächshauses

Im Gewächshaus anbauen

An einem Gwächshaus haben Sie das ganze Jahr lang Freude. Gemüse wie Spinat, Feldsalat und Radieschen können Sie bereits im Januar im Gewächshaus ernten. Ab Februar können Sie im unbeheizten Gewächshaus Endivie, Salat, Spinat, Stielmus und Rote Bete säen. Ende Februar ist der Sommerporree an der Reihe.

Wenn die Sonne auf die Scheiben scheint, kann die Temperatur im Gewächshaus schnell ansteigen. Dann müssen Sie regelmäßig lüften. Ab März kann noch viel mehr gesät werden. Zum Beispiel Tomaten und Möhren. Und wenn es April ist, geht´s dann mit Erdbeeren, Gurken, Bohnen, Kürbis und Zucchini richtig los.

Heizen oder nicht heizen

Sie können Ihr Gewächshaus unbeheizt lassen. Dann wird das Überwintern von frostanfälligen Pflanzen schwieriger, aber immerhin können Sie Pflanzen, die etwas Kälte vertragen, Schutz bieten. Verwenden Sie Noppenfolie, um Ihr Gewächshaus extra zu isolieren. Wenn es wirklich streng friert, sollten Sie einen kleinen Ofen hineinstellen.

Welche Pflanzen kann ich im Winter im kühlen Gewächshaus anbauen?

In einem ungeheizten Treibhaus ist die Temperatur etwa fünf Grad höher als im Freien über Nacht. So können Nutzpflanzen auch in extrem harten Wintermonaten vor Frost geschützt werden. Tagsüber verbleibt die warme Luft im Haus und hält die Temperatur konstant wärmer als draußen, wodurch das Milieu trockener ist und Pilzinfektionen seltener sind. Das hält Pflanzen am Leben, die sonst eingehen würden. Diese Arten fühlen sich im Winter im Gewächshaus wohl:

+Wintersalate

+Kräuter

+Treibrhabarber

+Kälteempfindliche Stauden

Viele Sommer-Beetpflanzen können im Treibhaus überwintern, solange sie nicht zu viel gegossen werden. Dazu zählen Fuchsien, Margeriten und Pelargonien (Geranien).

Sommerblumen säen und Knollen ziehen

Einjährige Sommerblumen werden im Gewächshaus ziemlich oft bereits zwei Monate früher als im Beet gesät. Ab März können Sie im Gewächshaus mit Studentenblumen, Zinnien, Tabakblumen, Petunien, Löwenmäulchen, Salbei und Schmuckkörbchen anfangen. Lassen Sie diese Blumen bis Anfang Mai im Gewächshaus. Danach dürfen sie langsam nach draußen, damit sie sich an die Außentemperatur gewöhnen. Ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) bleiben die Pflanzen dann immer draußen.

Die Knollen von Dahlien und Indischem Bumenrohr sind nicht winterfest. Sie werden im Herbst ausgegraben, um sie frostfrei überwintern zu lassen. Etwa Mitte Mai, wenn die Gefahr von Nachtfrost vorbei ist, werden sie wieder ausgepflanzt. Im Gewächshaus können Sie diese Sommerknollen im März eintopfen, sodass sich die Pflanzen bis Mai so gut entwickelt haben, dass sie wesentlich früher blühen werden.

Paprika und Tomaten 

Bestimmte empfindliche Pflanzen wie Auberginen, Treibhausgurken, Tomaten und Paprika dürfen im Gewächshaus bleiben, damit sie den ganzen Sommer von der Wärme profitieren können und bei nassem Wetter nicht gefährdet sind. Geben Sie diesen Pflanzen regelmäßig Wasser und Nährstoffe, und sorgen Sie dafür, dass die Temperatur im Gewächshaus nicht zu stark ansteigt. Tomaten brauchen sehr viel „Nahrung“.

Gewächshaus reinigen

Die Reinigung des eigenen Gewächshauses ist ein wichtiger Schritt für eine ertragreiche Landwirtschaft und sollte in die Routine der Gartenpflege eingeplant werden — und das nicht nur im Herbst, sondern auch im Frühling. Auf diesem Wege bleiben die Pflanzen gesund und werden viele Früchte tragen.

An milden Wintertagen könnten sich in Glashäusern Schädlinge aufhalten, deren Nachwuchs sich möglicherweise im nächsten Frühling ausbreiten könnte. Normalerwelse befinden sich die Insekten an den Pflanzen, können aber auch abfallen und im Schmutz überdauern, bis sie schlüpfen. Die mikroskopisch kleinen Sporen von Pilzkrankheiten setzen sich in den Glasfugen und auf allen anderen Oberflächen ab und überdauern auf diese Weise. Eine gründliche Reinigung des Gewächshauses verringert die Chance, dass die Krankheiten und Schädlinge wieder aufkommen. Überprüfen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Erkrankungen und Ungeziefer und entfernen Sie die betroffenen Stellen, damit sich der Befall nicht auf die gesunden Pflanzen ausbreiten kann.

Gebrauchte Komposterde aus Töpfen oder Pflanzsäcken sollte im Treibhaus nicht genutzt werden. Verwenden Sie diese im Außenbereich, etwa zum Mulchen von Beetpflanzen.

Wieder klare Scheiben im Gewächshaus: Die besten Tipps

Gewächshausboden vorbereiten

Wenn Sie das Gewächshaus auf den Gartenboden setzen, können Sie direkt in die Erde pflanzen. Verbessern Sie den Boden jedes Jahr mit gut gereiftem Kompost.

Traten zuvor an Gurken oder Tomaten Welkepilze oder Wurzelfäulen auf, empfiehlt sich der komplette Bodenaustausch bis auf etwa 40 cm Tiefe. Oder: Heben Sie nur 20 cm tief aus. Dann aber 40 bis 50 cm frischen Gartenboden auffüllen. Wenn keine Krankheiten auftraten, reicht der Kulturwechsel aus.

Sie können auch Tische mit Pflanzkübeln in das Gewächshaus stellen. Dann können Sie im Stehen arbeiten.

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