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Branitzer Park: Zwei Pyramiden für Fürst Pückler

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Wohlbefinden

Der Mann war ein Exzentriker. Und ein begnadeter Bankrotteur. In beiden Professionen hat er es zu erstaunlichen Leistungen gebracht. Hermann Ludwig Heinrich, zunächst Graf, später Fürst von Pückler-Muskau, ist so etwas wie das ostdeutsche Gegenstück zum bayerischen “Märchenkönig” Ludwig II.

Doch während sich dieser auf die Ruinierung des Staatshaushaltes konzentrierte , um Traumschlösser wie Neuschwanstein in die bayerische Landschaft zu setzen, verjuxte Pückler-Muskau sein Geld für ein noch ausgefalleneres Vergnügen – das Anlegen riesiger Landschaftsgärten im englischen Stil. Muskau an der Neiße ist das Jugendwerk des Fürsten, das er mit 60 jedoch verkaufen musste.

Zwei Pyramiden für den Weltenbummler

Im heutigen Cottbuser Stadtteil Branitz entstand eine der schönsten Parkanlagen Europas. Als Pückler 1845 hierher kam, gehörte der Besitz bereits seit 150 Jahren seiner Familie, doch das Terrain war ziemlich trostlos. Den Branitzer Park entwarf der genialistische Landschaftsgestalter neu. Samt zweier Pyramiden, deren Vorbilder er als Weltenbummler in Ägypten mit eigenen Augen bestaunt hatte. Das Schloss Branitz beherbergt ein Pückler-Museum und zeigt, dass der umtriebige Dandy zu leben und zu schlafen wusste. Seine Matratze ist mit 70 Kilogramm Palmfasern gefüllt.

“Im Park wird das Herz von Sorgen leer” – so Hermann von Pückler-Muskau, bevor er die Verfügung traf, in der Seepyramide seine letzte Ruhestätte zu finden und sein Herz in einer kupfernen Urne gesondert zu bestatten. Egal, ob Dichtung oder Wahrheit: 1871 wurde der Fürst in der Pyramide beigesetzt.

Übrigens: Das Fürst-Pückler-Eis hat der tollkühne Fürst Pückler nicht erfunden, es wurde nur nach ihm benannt.

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