Allergie gegen Nüsse & Co? So kommen Sie gut durch die Weihnachtszeit

An Lebkuchen, Spekulatius und Schoko-Nikoläusen kommt man im Advent kaum vorbei. Für Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit eine echte kulinarische Herausforderung.

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Etwa acht Prozent der Kinder und vier Prozent der Erwachsenen reagieren der Expertin zufolge auf unterschiedliche Lebensmittel allergisch.

Nüsse, Erdnüsse, Äpfel, Weihnachtsmänner aus Schokolade, Lebkuchen und Plätzchen, aber auch die typischen Weihnachtsgewürze wie Anis, Zimt und Kardamom können Allergien verursachen. Besonders Nuss- und Erdnussallergiker müssen vorsichtig sein und können nicht einfach so überall zugreifen.

Auch Pollenallergiker gefährdet

Auch Pollenallergiker müssen aufpassen: Gewürze und Nüsse in Weihnachtsgebäck enthalten Stoffe, die ähnlich strukturiert sind wie etwa Birkenpollen und daher zu allergischen Reaktionen führen können. Diese Reaktionen machten sich beispielsweise durch ein Kribbeln auf der Zunge und im Hals oder durch Juckreiz am Gaumen und in den Ohren bemerkbar. Meistens sind solche Reaktionen zunächst harmlos. Gefährlich werde es erst, wenn Mund und Rachen anschwellen, denn das könne zu Atemnot führen. Dann sollte man das allergieauslösende Nahrungsmittel unbedingt meiden und am besten mit einem Allergologen sprechen, der spezielle Notfallmedikamente verschreiben könne.

Wer gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch ist, sollte immer einen Blick auf die Verpackung werfen. Denn seit 2005 müssen EU-weit die 14 Produktgruppen ausgewiesen werden, die am häufigsten Allergien auslösen. Experten raten Allergikern trotzdem von abgepackten Süßigkeiten und fertigem Weihnachtsgebäck ab. Zwar stehe auf manchen Produkten der Hinweis „Kann Spuren von X enthalten“. Aber eben nicht auf jeder Verpackung. Es gibt auch Firmen, die verzichten auf den Hinweis auf Spuren, weil der Gesetzgeber diesen nicht vorschreibt. Denn die Kennzeichnungspflicht gilt nur, wenn der Allergieauslöser als Zutat im Lebensmittel verarbeitet ist und nicht nur ungewollt in das Lebensmittel hineingeraten ist.

Aber nicht nur Nussallergiker müssten aufpassen, auch Pollenallergiker könnten mit Kreuzreaktionen auf die typischen Weihnachtsgewürze wie Zimt oder Anis reagieren. Bei verpackten Plätzchen müssen Gewürze nicht einzeln aufgelistet werden, wenn weniger als zwei Prozent enthalten sind. Allergiker können also nicht immer mit einer vollständigen Auflistung der Gewürze rechnen. Es ist für sie also schwierig, nicht aus Versehen zur falschen Süßigkeit zu greifen. Es gibt immer mehr Hersteller, die ihre Ware in nuss- und erdnussfreien Werken produzieren.

Auch auf dem Weihnachtsmarkt laufen Allergiker Gefahr, unwissentlich in Naschwerk mit Allergierisiko zu beißen. Ein umfangreiches Zutatenverzeichnis ist nur für verpackte Lebensmittel vorgeschrieben, nicht aber für die lose Ware.

Kreuz-Kontamination auf dem Weihnachtsmarkt

Vorsicht ist vor allem bei den gebrannten Makadamianüssen, gebrannten Pinienkernen oder gebrannten Mandeln geboten. Es kann zu Kreuz-Kontaminationen kommen. Wer beispielsweise allergisch gegen Makadamianüsse ist und sich gebrannte Mandeln kauft, kann nicht sicher sein, ob die beiden Produkte in der Herstellung wirklich sauber voneinander getrennt wurden. Man muss immer mit Spuren rechnen und darum besser: Finger weg.

Einfacher ist, die weihnachtlichen Süßigkeiten selbst herzustellen. Man kann z.B. Schokolade selbst herstellen, beim Backen auf Nüsse verzichten und stattdessen beispielsweise auf Mandeln ausweichen.

Mandelplätzchen backen

Beim Selbstbacken sollte der Allergiker Rezepte meiden, die Nougat oder Marzipan enthalten. Weizenallergiker könnten als Weizenersatz etwa Buchweizenmehl oder Roggenmehl verwenden.

Man sollte gerade in der Weihnachtszeit darauf achten, dass man allergischen Kindern eine kleine Box mit Süßigkeiten mitgibt. Dann werden die Kinder im Kindergarten oder Schule gar nicht erst in Versuchung geführt, beim Adventsteller zuzugreifen.

(Foto: Andrea Kaatz)

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